. Hilfe bei Schlägen

Gewaltschutzambulanz zieht Bilanz

Seit einem Jahr gibt es die Gewaltschutzambulanz an der Berliner Charité. Ihre Hilfe wird angenommen: 382 Opfer von Gewalttaten wandten sich in den vergangenen 12 Monaten an die Einrichtung.
Seit einem Jahr hilft in Berlin die Gewaltschutzambulanz Opfern von Schlägen und Tritten.

Opfer häuslicher Gewalt können sich in Berlin auch an die Gewaltschutzambulanz wenden.

Vor einem Jahr wurde die Gewaltschutzambulanz aus der Taufe gehoben. Das Ziel: Gewaltopfer sollen dort eine niedrigschwellige, gerichtsfeste Dokumentation ihrer Verletzungen bekommen, ohne dass zwangsläufig auch die Polizei eingeschaltet wird. Außerdem werden den Betroffenen in der Ambulanz auch Hilfsangebote wie etwa psychosoziale Beratung vermittelt. 

Von den 382 Personen, die im Laufe des vergangenen Jahres untersucht wurden, wiesen nach einer Pressemitteilung der Charité 196 sichtbare Verletzungen auf. 175 von ihnen ließen ihre Verletzungen von einer Rechtsmedizinerin gerichtsfest dokumentieren. 

Gewaltschutzambulanz: Auch viele Kinder wurden vorgestellt

Unter den 175 Hilfesuchenden, die ihre Verletzungen dokumentieren ließen, waren nach Angaben der Ambulanz 109 Erwachsene und 66 Kinder. Von häuslicher Gewalt waren dabei 74 Erwachsene betroffen. Die jeweiligen Verletzungen, wie Frakturen, Hämatome, Verbrennungen und Platzwunden, wurden in der Ambulanz gerichtsfest dokumentiert. Entscheiden sich die Opfer später für eine Anzeige, können sie dem Gericht die rechtsmedizinische Dokumentation ihrer Verletzungen vorlegen.

»Wir sind sehr stolz, dass unser Angebot tatsächlich diejenigen erreicht, die es benötigen. Unsere bisherigen Erfahrungen bestärken uns allerdings darin, das Angebot zu erweitern und noch bekannter zu machen«, betonte Dr. Saskia Etzold, stellvertretende Ärztliche Leiterin der Gewaltschutzambulanz, bei der Vorstellung der Bilanz. Bisher wurden die meisten Gewaltopfer von der Polizei, vom Jugendamt und dem Kindernotdienst sowie von Ärzten und Krankenhäusern oder Frauenberatungsstellen an die Ambulanz vermittelt.

 

Hälfte der Frauen lässt sich beraten

Durch die Kooperation mit der „Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen“ (BIG) können Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, sich im Anschluss an die Untersuchung von mobilen Beraterinnen der Initiative Rat holen. »Dieses Angebot nehmen 57 Prozent der Frauen an«, berichtete Dr. Etzold.

Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz hat die Gewaltschutzambulanz im Doppelhaushalt 2014/15 jeweils mit 150.000 Euro unterstützt.

© sdecoret – fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Berlin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Häusliche Gewalt

| Auch Jugendliche mit pädophilen Neigungen können zu Tätern werden. Um das zu verhindern, hat die Berliner Universitätsklinik Charité jetzt ein weiteres Projekt gegen Kindesmissbrauch gestartet. Unter dem Titel „Primäre Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jugendliche“ wendet es sich speziell an 12- bis 18-Jährige.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Eine vollständige Impfung gegen das Rotavirus in den ersten Lebensmonaten könnte mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Typ-1-Diabetes verbunden sei. Das zeigt zumindest eine Studie der Universität von Michigan.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.