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Gesundheits-Apps werden immer wichtiger

Gesundheits-Apps werden bei der medizinischen Versorgung immer wichtiger. Besonders bei chronisch kranken Menschen können sie sinnvoll sein. Das zeigt eine Studie, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse durchgeführt wurde.
Gesundheits-Apps für Chroniker sinnvoll

Smartphones messen den Blutdruck und überwachen die Herzfunktion

Bevor Patienten zum Arzt gehen, konsultieren sie immer öfter ihr Smartphone. Die Mobile-Health-Sparte erfindet daher ständig neue Apps, die vor Herzrasen warnen, den Schlaf überwachen oder melden, wann eine Frau schwanger werden kann. Aufsteckbare Aufsätze für das Mobiltelefon messen Blutzucker und Temperatur und können sogar ein Elektrokardiogramm des Herzens aufzeichnen.

Solche gesundheitsbezogenen Apps werden bei der Prävention und der Versorgung vor allem von chronisch kranken Menschen immer bedeutsamer werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Universitätsklinikums Freiburg, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt wurde. Mittlerweile sind weltweit bereits rund 400.000 gesundheitsbezogene Smartphone-Anwendungen auf dem Markt.

Qualität von Gesundheits-Apps oft verbesserungswürdig

Das Ziel der Studie „Gesundheits- und Versorgung-Apps – Hintergründe zu deren Entwicklung und Einsatz“ war es, einen Überblick über die Möglichkeiten, Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps und die Gewohnheiten ihrer Nutzer zu erhalten. Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass die neuen Gesundheits-Apps großes Potenzial haben, von dem auch Ärzte profitieren können. So können Angebote zu Selbstvermessungen via App die Eigenverantwortung der Patienten stärken – ein wichtiger Faktor für den Behandlungserfolg.

Allerdings mangelt es bei vielen Gesundheits-Apps noch an inhaltlicher oder technischer Qualität, so ein weiteres Ergebnis der Analyse. „Nur wenige Angebote sind unter Einbeziehung von Psychologen oder Medizinern entwickelt worden“, erklärt Dr. Ursula Kramer, eine der Studienautorinnen. Die Wirksamkeit der Anwendungen sei zudem nur selten belegt. Ein weiterer kritischer Punkt ist laut Kramer die Datensicherheit. Die TK hat nun eine Checkliste erstellt, anhand derer die Nutzer prüfen können, ob eine angebotene App den eigenen Sicherheitsbedürfnissen entspricht.

Patienten wünschen sich Online-Verbindung zum Arzt

Auch der neueste TK-Trendmonitor des forsa-Instituts bestätigt die Ergebnisse. Von 1000 Versicherten informieren sich der Befragung zufolge drei Viertel nur oder vorwiegend im Internet über Gesundheitsthemen. Und dies betrifft nicht nur junge Menschen; auch 40 Prozent der 60- bis 70-Jährigen gaben an, Gesundheitsinformationen vorwiegend im Netz zu suchen. Und 52 Prozent der Befragten erklärten, mit einem Arzt über das Internet in Kontakt treten zu wollen oder es bereits zu tun.

Auch zu den Wünschen bezüglich der gesundheitsbezogenen Internetnutzung gab die Umfrage Einblicke. So wünschen sich fast alle Befragten, nämlich 98 Prozent, Termine bei ihrem Arzt online vereinbaren zu können. Gefolgt wird dies von dem Wunsch, regelmäßige Rezepte online bestellen zu können. Viele Teilnehmer erklärten zudem, dass sie zu Hause selbst ermittelte Gesundheitsmesswerte regelmäßig online an den Arzt weiterleiten wollen. Selbst die Befunde von ihrem Arzt online erhalten wollen immerhin noch 60 Prozent der Befragten.

Foto: Denys Prykhodov - Fotolia.com

Autor: red

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