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„Gesundheit in Deutschland“ subjektiv gut

Montag, 7. Dezember 2015 – Autor:
Drei Viertel der deutschen Bevölkerung fühlt sich gesund. Doch es gibt ein großes soziales Gefälle. Das geht aus dem Bericht „Gesundheit in Deutschland“des Robert Koch-Instituts hervor.
Gesundheit in Deutschland: Sozialer Status entscheidend für Gesundheitszustand und Lebenserwartung

Gesundheit in Deutschland: Sozialer Status entscheidend für Gesundheitszustand und Lebenserwartung

Die gute Nachricht vorweg: Drei Viertel der Deutschen schätzen ihren Gesundheitszustand als „gut“ oder „sehr gut“ ein. Insbesondere in den in den höheren Altersgruppen hat sich die subjektive Gesundheit in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Und auch der Unterschied zwischen Ost und West hat sich weitgehend angeglichen. So ist die Lebenserwartung in Deutschland inzwischen nahezu gleich hoch. Bei Frauen beträgt sie im Schnitt 82,7 Jahre, bei Männern 77,7 Jahre. Das geht aus dem Bericht „Gesundheit in Deutschland“ hervor, den das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch-Instituts am Donnerstag in Berlin vorgestellt haben.

Niedriger sozialer Status macht krank 

Doch der Bericht bescheinigt ein großes soziales Gefälle: Männer mit hohem Einkommen haben zum Beispiel eine um elf Jahre höhere Lebenserwartung als Männer mit sehr niedrigem Einkommen. Bei Frauen beträgt dieser Unterschied acht Jahre. Einer der wesentlichen Gründe ist, dass sozial benachteiligte Menschen häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden und anfälliger für Diabetes und Depressionen sind.

Andererseits ist dem Bericht zufolge die Sterblichkeitsraten für die meisten Krebsarten sowie die Sterblichkeit an Koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Laut Bericht sind es die nicht übertragbaren, chronischen Krankheiten, die das Krankheitsgeschehen in Deutschland dominieren. Hierbei spielt die demografische Entwicklung eine große Rolle. So hat die Zahl der Diabeteserkrankungen seit 1998 zugenommen, ein Drittel dieses Anstiegs führen die Studienautoren auf die Alterung der Gesellschaft zurück. Heute leben 7,2 Prozent der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren – das sind rund 4,6 Millionen Menschen mit einem Diabetes mellitus. Es wird geschätzt, dass weitere zwei Prozent an einem bislang unerkannten Diabetes leiden.

 

Gesundheitsministerium setzt auf Prävention

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sieht in dem Bericht „Gesundheit in Deutschland“ eine ganz wichtige Grundlage für weitere Präventionsmaßnahmen und lobet in diesem Zusammenhang das neue Präventionsgesetz: Das Gesetz setze dort an, wo die Menschen leben, lernen und arbeiten, sagt er, „damit alle unabhängig von Einkommen und sozialer Herkunft erreicht werden.“

Um die Volkskrankheit „Diabetes“ einzudämmen, wird am Robert Koch-Institut derzeit ein Nationales Diabetes-Überwachungssystem („Diabetes-Surveillance“) aufgebaut, das eine verlässliche datengestützte Entscheidungsgrundlage und eine fortlaufende nationale Diabetesberichterstattung ermöglichen soll. Die Daten sollen für weitere gesundheitspolitische Maßnahmen genutzt werden. Außerdem wolle Gröhes Ministerium die Aufklärung und Information der Bevölkerung über Diabetes mellitus und dessen Prävention weiter verstärken, hieß es.

Foto:  © Robert Kneschke - Fotolia.com

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