. Geistiger Abbau

Gesunde Ernährung reduziert Demenzrisiko

Gesunde Ernährung kann möglicherweise Menschen, die ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle haben, vor einer Demenz schützen. Das zeigen Auswertungen von Studien mit fast 30.000 Teilnehmern.
Gesunde Ernährung reduziert Demenzrisiko

Gesunde Ernährung kann das Gehirn schützen

Immer mehr Menschen leiden unter Demenz und Alzheimer, und Forscher suchen unter Hochdruck nach einem wirksamen Schutz gegen den geistigen Abbau. Neben körperlicher und geistiger Aktivität steht dabei auch die Ernährung im Fokus der Untersuchungen. Nun haben kanadische Forscher um Andrew Smyth von der McMaster University in Hamilton zwei große Studien, an denen 27.860 Personen aus 40 Ländern teilgenommen hatten, neu ausgewertet. Alle Studienteilnehmer litten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder hatten ein erhöhtes Risiko für Diabetes.

Zu Beginn der Untersuchungen und nach fünf Jahren wurde jeweils die geistige Leistungsfähigkeit der Probanden anhand des Mini-Mental-Status-Tests (MMST), einem Standardtest zur Diagnose von Demenz und Alzheimer, gemessen. Anhand von festen Aufgabenkomplexen wurden zentrale kognitive Funktionen überprüft, wie beispielsweise zeitliche und räumliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Sprachverständnis. Bei rund jedem sechsten Studienteilnehmer konnte innerhalb des Studienzeitraums eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen verzeichnet werden.  Diese Informationen stellten Smyth und Kollegen dann den Ergebnissen aus einer Befragung zu den Essgewohnheiten der Studienteilnehmer gegenüber.

Obst, Gemüse und Nüsse verbessern kognitive Fähigkeiten

Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer, die sich am gesündesten ernährten, hatten ein um 24 Prozent geringeres Risiko für die Entwicklung einer Demenz als diejenigen, die sich besonders ungesund ernährten. Als „gesund“ galt dabei eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Nüssen sowie wenig Fleisch und viel Fisch. Professor Agnes Flöel, Leiterin der Arbeitsgruppe Kognitive Neurologie an der Klinik für Neurologie der Charité in Berlin, erklärte zu der Studie: „Die Ergebnisse legen nahe, dass gesunde Essgewohnheiten nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko sondern auch das Risiko für kognitive Störungen, insbesondere bezüglich Aufmerksamkeits- und Kontrollfunktionen, aber auch von Gedächtnisstörungen, senken könnten.“

Welche Nährstoffe genau für den Erhalt der geistigen Gesundheit verantwortlich sind, konnte die Studie allerdings nicht beantworten. Dazu laufen derzeit mehrere andere Untersuchungen. Vermutet werden positive Effekte auf das Demenzrisiko durch Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und weitere Stoffe wie beispielsweise das in Weintrauben vorkommende Resveratrol oder die für Selbstreinigungsprozesse der Zellen wichtigen Polyamine, die unter anderem in Weizenkeimlingen oder Sojabohnen enthalten sind.

Auch Kalorienreduktion kann Demenzrisiko verringern

Ebenfalls nicht klären konnte die Untersuchung, ob auch eine verminderte Kalorienzufuhr das Risiko für eine Demenz reduzieren kann. Professor Flöel hat positive Auswirkungen einer Kalorienrestriktion bereits vor einigen Jahren am Universitätsklinikum Münster nachgewiesen. Sie konnte zeigen, dass ältere Versuchspersonen im Anschluss an eine dreimonatige verringerte Kalorienzufuhr eine um 20 Prozent verbesserte Lernleistung zeigten. Vermutet wird, dass eine verminderte Kalorienzufuhr den Glukose-Stoffwechsel verbessert und damit eine positive Wirkung auf insulinabhängige Stoffwechselwege im Gehirn hat.

Foto: © PhotoSG-Fotolia.com

Autor: red

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Wissenschaftliche Studien haben es bestätigt: Zwischen Schwerhörigkeit und der Entwicklung einer Demenz gibt es einen Zusammenhang. Wer unter einem Nachlassen des Hörvermögens leidet, sollte deshalb über ein Hörgerät nachdenken.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.