Gesund bleiben mit wenig Sport

Sport und Bewegung helfen Krankheiten vorzubeugen. Dass es nicht immer das volle Programm sein muss, zeigt nun eine Studie der Universität Sydney. Eine gute Nachricht für alle Bewegungsmuffel.
Lieber einmal als keinmal: Studie zeigt die positiven gesundheitlichen Effekte auch von wenig Sport

Lieber einmal als keinmal: Studie zeigt die positiven gesundheitlichen Effekte auch von wenig Sport

Nach einem langen Arbeitstag noch Joggen oder ins Fitness-Center, jedermanns Sache ist das nicht. Dabei gilt Sport als äußerst gesund. Zahlreiche Studien belegen den Effekt. Nun zeigt eine Studie der Universität Sydney, dass schon ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche reichen, um das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sowie Krebs zu senken. Die sogenannten „Wochenendkämpfer“ hatten danach ein um 41 Prozent niedrigeres Sterberisiko aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten als die sportlich komplett Inaktiven. Als Wochenendkämpfer werden Menschen bezeichnet, die bloß am Wochenende Sport machen. In der Studie schnitten sie hinsichtlich des genannten Sterberisikos genauso gut ab, wie die, die täglich trainieren.

Auch wer wenig Sport treibt, lebt länger

Beim allgemeinen Sterberisiko waren sie den total Aktiven jedoch unterlegen aber immer noch erheblich besser als die Bewegungsmuffel: Im Vergleich zu denen, die nicht sportlich aktiv waren, war das allgemeine Sterberisiko bei den „Wochenend-Kämpfern“ um 30 Prozent und bei den regelmäßig Aktiven um 35 Prozent niedriger. Sport beeinflusst auch das Krebsrisiko: Gegenüber den sportlich sportlich Inaktiven waren, war das Sterberisiko aufgrund einer Krebserkrankung bei den „Wochenend-Kämpfern“ um 18 Prozent und bei den regelmäßig Aktiven um 21 Prozent geringer.

„Es ist beruhigend ist, zu wissen, dass bereits wenige sportliche Aktivitäten das Sterberisiko senken – auch wenn man nicht die offiziell empfohlene Trainingsdauer erreicht“, sagt dazu Studienautor Professor Emmanuel Stamatakis von der University of Sydney. Um jedoch von optimalen Gesundheitsbedingungen zu profitieren, rät Stamatakis, sich trotzdem an die WHO-Empfehlungen zu halten. Es schadet nichts diese Ziele zu erreichen oder auch zu übertreffen.“

WHO empfiehlt 150 Minuten Sport pro Woche

Der Wissenschaftler bezieht sich auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Erwachsene mindestens 150 Minuten pro Woche sportlichen Aktivitäten mit moderater Intensität nachgehen sollten. Das entspricht täglich etwa 30 Minuten Joggen oder Radfahren. Alternativ wird ein sehr intensives Training von 75 Minuten pro Woche empfohlen, also etwa ein schweißtreibender Workout im Fitness-Studio.

Dennoch: Die Studienergebnisse zeigen, dass man auch von nur wenigen Sporteinheiten wöchentlich einen enormen gesundheitlichen Vorteil genießt. Eine gute Nachricht, für alle jene, die Sport nicht in ihr tägliches Programm einbauen können oder wollen.

Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich im Fachjournal „JAMA Internal Medicine“ erschienen.

© Kzenon - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sport , Krebs , Herz-Kreislauf-System

Weitere Nachrichten zum Thema Sport

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Diana Lüftner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), über die Kampagne „Klug entscheiden“, ihre Bedeutung für Krebspatienten und warum Ärzte ein neues Bewusstsein für Über- und Unterversorgung brauchen.
. Weitere Nachrichten
Hundertjährige sind in ihren letzten Lebensjahren gesünder als gedacht. Das haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin gezeigt. Ihrer Studie zufolge haben Menschen, die im Alter von einhundert Jahren und älter verstarben, weniger Erkrankungen als denjenigen, die zwischen 80 und 99 Jahren starben.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin, Akademisches Lehrkrankenhaus, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.