. Gesundheitsmanagement

Gestresst auf Geschäftsreise – das muss nicht sein!

Geschäftsreisende leben oft ungesund. Das ergab eine Studie des Deutschen ReiseVerband (DRV). Sie schlafen zu wenig, trinken zu viel Alkohol und sind oft gehetzt.

Immer auf dem Sprung: Geschäftsreisende leben oft ungesund!

„Wenig Bewegung, Schlafmangel, ungesundes Essen: Geschäftsreisen erhöhen die körperliche Belastung. Acht von zehn reisenden Arbeitnehmern sind sich dieser Auswirkungen bewusst. Doch vor allem Ältere vernachlässigen den Sport, wenn sie nicht zuhause sind. Frauen kommen unterwegs schlechter zur Ruhe“, so fasst der DRV die Ergebnisse der Studie "Chefsache Business Travel 2015" in einer Pressemitteilung zusammen. 

Acht von zehn Geschäftsreisende bewegen sich zu wenig und trinken mehr Alkohol als sonst

Laut Studie sagen 82 Prozent der Geschäftsreisenden, sie vernachlässigten sportliche Aktivitäten und arbeiteten abends, statt zu entspannen. 79 Prozent trinken auf Geschäftsreisen eher Alkohol als sonst. Auch unregelmäßige oder ungesunde Ernährung und schlechter Schlaf sind Begleiter vieler Geschäftsreisender. Vor allem Reisende ab 40 Jahren sitzen unterwegs zu viel. 84 Prozent geben an, Bewegung generell zu vernachlässigen. Dienstreisende Frauen haben dagegen Probleme, abzuschalten oder einzuschlafen, drei Viertel von ihnen kommen unterwegs nicht zur Ruhe. Bei Fernreisen kämpfen Frauen wie Männer außerdem mit der Zeitverschiebung und dem Klimawechsel, so die Studie.

 

Prävention mal anders: Wenn Unternehmen die Geschäftsreisen besser planen, bleiben Führungskräfte nicht auf der Strecke

Stefan Vorndran, Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im DRV, sieht deshalb die Unternehmen in der Pflicht: "Gegen die Zeitverschiebung kann kein Chef etwas tun. Aber auch der hohe Stresslevel auf Geschäftsreisen hat gesundheitliche Folgen für die Mitarbeiter, die der Arbeitgeber nicht unterschätzen darf.“ Unternehmen sollten deshalb Er steht deshalb auf die Belastung der reisenden Kollegen achten und Reisen so professionell wie möglich gestalten, empfiehlt Vorndran.

Das falsche Verkehrsmittel, ungünstige Umsteigezeiten und eine schlechte Internetverbindung gehörten zu den großen Stressfaktoren. "Professionelle Reiseplanung kann beispielsweise lange Fahrzeiten und hektisches Umsteigen vermeiden", so Vorndran. Gegen eine ungesunde Lebensweise auf Dienstreisen hat der DRV fünf Tipps parat:

1. Auf genug Bewegung achten: „Warum nicht für kurze Wege in der City einmal das Stadtrad an Stelle des Taxis nutzen? Immerhin 47 Prozent haben zumindest gelegentlich auf Geschäftsreisen schon ein Leihrad genutzt“, so der DRV. Auch würden kurze Wege zu Fuß helfen, den Kopf frei zu bekommen.

2. Das Smartphone zur Kontrolle der Emaileingänge im Büro sollte auf Geschäftsreisen am Abend lieber aus bleiben. 

3. Sportmöglichkeiten sollten besser genutzt werden: „Joggingschuhe und ein T-Shirt passen in fast jeden Reisekoffer. Viele Hotels bieten zudem einen Fitnessraum.“ 

4. Unternehmen könnten vorab Informationen zusammenstellen, die ihre Mitarbeiter in fremder Umgebung unterstützen.

5. Auf kurze Wege und ausreichende Zeitpuffer beim Umsteigen achten! „Wer durch Sprints zwischen den Verkehrsmitteln gestresst ist, kommt abends schlechter zur Ruhe und greift eher zu ungesundem Essen oder Alkohol“, so der DRV.

Die Studie "Chefsache Business Travel 2015" wurde im Auftrag des Deutschen ReiseVerbands (DRV) durchgeführt. 110 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 110 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern wurden dafür zum Thema Geschäftsreisen befragt. Die Daten wurden vom 2. bis 16. Oktober 2014 erhoben.

Foto: Fotolia - rawpixel

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Prävention und Reha
 

Weitere Nachrichten zum Thema Prävention

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Forscher konnten erstmals die Ursache für Narkolepsie nachweisen. Demnach wird die seltene Schlafkrankheit durch autoreaktive T-Zellen ausgelöst. Damit bestätigt sich der Verdacht, dass Narkolepsie eine Autoimmunerkrankung ist.
Depressionen können offenbar eine organische Ursache haben, die bislang übersehen wurde: Bei depressiv veranlagten Menschen ist die Hirnregion zur Stresskontrolle deutlich größer als bei Gesunden. Die Auffälligkeit am Hypothalamus könnte einiges erklären, meinen Neurowissenschaftler vom Max-Planck-Institut.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30 (Eingang West), 12203 Berlin
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.