. Ernährung

Gesättigte Fettsäuren verlangsamen Gehirnaktivität

Dass zu viele gesättigte Fettsäuren in der Nahrung ungesund sind, ist bekannt. Dass sie auch zu einer verlangsamten Gehirnaktivität führen können, zeigt nun eine aktuelle Studie.
Käse enthält viele gesättigte Fettsäuren

Käse enthält viele gesättigte Fettsäuren

Zu viele gesättigte Fettsäuren in der Nahrung können zu Übergewicht, Artherosklerose, Bluthochdruck und anderen Erkrankungen führen. Dass sie sich auch negativ auf die Leistung des Gehirns auswirken können, wird zwar schon seit einiger Zeit vermutet, doch bisher gab es kaum sichere Belege dafür. Nun haben Forscher der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen untersucht, wie sich eine kaloriengleiche Aufnahme von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren in Form von Rapsöl und Milchfett auf den Blutzuckerspiegel, die körperliche Aktivität, die Aktivität des Gehirns und das Schlafverhalten auswirkt. Es zeigte sich, dass der Konsum gesättigter Fettsäuren den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt und den Bewegungsdrang sowie den Schlaf negativ verändert. Zudem führt die Zufuhr grosser Mengen tierischer Fette zu erhöhten Blutzuckerwerten und einer verschlechterten Insulinwirkung.

Anhand von bildgebenden Verfahren konnten auch entsprechende Veränderungen im Gehirn der in der Studie untersuchten Mäuse gefunden werden. Es zeigte sich, dass diejenigen Gehirnregionen, die für das Sättigungsgefühl, das Gedächtnis und das Bewegungsverhalten verantwortlich sind, bei den Mäusen, die hohe Mengen Milchfett zu sich nahmen, verlangsamt arbeiteten. Offenbar wirkt sich eine hohe Menge gesättigter Fettsäuren negativ auf die Aktivität des Gehirns und in der Folge auch auf andere Parameter wie körperliche Aktivität und Schlafverhalten aus.

Ungesättigte Fettsäuren schädigen das Gehirn nicht

Bei den Mäusen, die ihre Fettzufuhr überwiegend in der Form von Rapsöl erhielten, gab es keine negativen Veränderungen im Gehirn. Für die Gewichtszunahme war es gleichgültig, ob die Mäuse die Kalorien in Form von ungesättigten (Rapsöl) oder gesättigten Fettsäuren (Milchfett) zu sich nahmen. Beide Gruppen wiesen im Laufe der Studie Übergewicht auf. Doch obwohl also auch die Mäuse, die überwiegend ungesättigte Fettsäuren zu sich nahmen, an Gewicht zulegten, blieben sie körperlich aktiv und hatten keinen gestörten Schlaf. Zudem wiesen sie keine veränderten Blutzuckerwerte auf.

Die Studie, die im Journal "Diabetes" der American Diabetes Association veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt um zu belegen, dass gesättigte Fettsäuren nicht nur Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen, sondern auch die Funktionen des Gehirns beeinträchtigen können. Seit längerem ist auch bekannt, dass Fettsäuren eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des embryonalen und kindlichen Gehirns spielen. Besonders Schwangere sollten auf eine ausreichende Zufuhr ungesättigter Fette achten. Ungesättigte Fettsäuren sind vorwiegend in hochwertigen Ölen wie Raps-, Lein oder Olivenöl sowie in Nüssen, Avocados und Fisch vorhanden. Gesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Fleisch, Wurst und fetten Milchprodukten.

Foto: photocrew/fotolia.com

 
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