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22.08.2019

Gering dosierte Strahlentherapie hilft bei Baker-Zyste

Eine Baker-Zyste ist eine Zyste im Bereich der Kniekehle, die häufig bei Arthrosen oder weiteren Knie-Erkrankungen wie einer Verletzung des Meniskus auftritt. Forscher fanden heraus, dass sie auf eine Strahlentherapie anspricht.
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Die Baker-Zyste ist eine schmerzhafte Zyste in der Kniekehle, für die es bislang keine spezifische Behandlung gab

Eine Baker-Zyste bezeichnet eine Zyste im Bereich der Kniekehle, die häufig bei Arthrosen oder auch weiteren Erkrankungen im Knie wie einer Verletzung des Meniskus auftritt. Neben den Beschwerden der primären Erkrankung, verursacht die Zyste bei vielen Patienten ein permanentes Druckgefühl und führt häufig auch zu Funktionseinschränkungen, da das Knie nicht störungsfrei abgewinkelt werden kann.

Eine strahlentherapeutische Behandlung könnte in Zukunft bei der Baker-Zyste Anwendung finden. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), die von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie ausgezeichnet wurde und im Fachmagazin Strahlentherapie Onkologie erschien.

Entzündungsreaktion in der Gelenkhöhle

Die Baker-Zyste gilt als Begleiterkrankung, für die es bislang keine spezifische Behandlung gab. Ausnahme: Wenn die Zyste anhaltend Beschwerden verursacht, kann sie operativ entfernt werden. Dr. Matthias Hautmann von der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des UKR hat nun bei der strahlentherapeutischen Behandlung von Patienten mit Knie-Arthrose entdeckt, dass sich diese Therapie auch günstig auf die Baker-Zyste auswirkt.

Baker-Zysten entstehen in der Regel durch eine Entzündungsrektion in der Gelenkhöhle. Da die Strahlentherapie entzündungshemmend wirkt und eine effektive Therapieoption bei Arthrose im Kniebereich darstellt, entwickelte Dr. Hautmann mit seinem Team die These, dass eine Baker-Zyste durch Strahlentherapie behandelt werden kann.

 

Baker-Zyste schrumpfte um 25 Prozent

20 Patienten, bei denen eine Strahlentherapie am Kniegelenk geplant war, wurden in eine prospektive Beobachtungsstudie eingeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Ultraschallzentrum des UKR wurden die Baker-Zysten der Patienten vermessen und die damit verbundenen Schmerzen auf einer Schmerz-Skala dokumentiert.

Die Ergebnisse der Kurzzeit-Beobachtung von sechs bis zwölf Wochen als auch der Langzeit-Beobachtung von neun bis zwölf Monaten zeigten signifikante Ergebnisse. Alle Patienten sprachen auf die strahlentherapeutische Behandlung an. Langfristig konnte bei knapp 80 Prozent der Patienten eine Volumenreduktion der Zyste um mehr als 25 Prozent erreicht werden, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Gering dosierte Strahlentherapie hilft bei Baker-Zyste

Mit dem Umfang der Zyste verringerte sich auch der damit verbundene Schmerz. Kurzfristig konnten 80 Prozent und langfristig knapp 60 Prozent der Patienten ihre Schmerzmitteleinnahme reduzieren. "Die Strahlentherapie stellt eine effektive Behandlung sowohl hinsichtlich der Arthrose als auch der begleitenden Baker-Zyste dar", fasst Dr. Hautmann die Ergebnisse zusammen.

Die Strahlentherapie wird vorwiegend bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. Die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Regensburg behandelt damit aber auch Patienten mit gutartigen Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellenbogen, Schleimbeutelentzündungen und Gelenkverschleiß, postoperativen Verknöcherungen und überschießender Narbenbildung. Durch eine frühzeitige strahlentherapeutische Behandlung bleibe den Betroffenen körperliche Einschränkungen und eine langwierige Schmerzmedikation erspart.

Strahlentherapie mit sehr geringen Dosen

Bei der Behandlung gutartiger Erkrankungen werden nur geringe bis sehr geringe Bestrahlungsdosen eingesetzt, so dass in der Regel keine Nebenwirkungen auftreten. Eine einzelne Bestrahlungssitzung dauert nur wenige Minuten. Sie läuft ohne den Einsatz von Wärme ab, so dass die eingesetzten Photonen oder Elektronen ihre Wirkung unbemerkt entfalten. 

Foto: ohishiftl/fotolia.com

Autor: bab
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