Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
12.06.2018

Gepuderte Latexhandschuhe am Arbeitsplatz verboten

Gepuderte Latexhandschuhe sind am Arbeitsplatz nicht erlaubt. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hin. Sie hatten den verbotenen Handschutz bei Betriebsbesuchen in Tierarztpraxen immer wieder vorgefunden.
Latexallergie, Latexhandschuhe, Arbeitsschutz

Schutzhandschuhe aus Latex lösen häufig Allergien aus

Eine Latexallergie wird durch die im Naturlatex enthaltenen Proteine ausgelöst. Dabei können sich unterschiedliche allergische Reaktionen zeigen - von Juckreiz, Rötungen und Fließschnupfen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock. Besonders gefährlich sind für Allergiker gepuderte Latexhandschuhe, da sich die Proteine am Puder anlagern. Beim An- und Ausziehen der Handschuhe werden die Allergieauslöser aufgewirbelt – so gelangen sie auch in die Umgebung und in die Atemwege. Daher sind gepuderte Latexhandschuhe am Arbeitsplatz schon seit längere Zeit verboten, wie die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) aus gegebenem Anlass betont. Sie hatte den Handschutz trotz des Verbots wiederholt in Tierarztpraxen vorgefunden.

Schutzhandschuhe gibt es auch latexfrei

Das Verbot von gepuderten Latexhandschuhen findet sich in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 401 "Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen", welche die Gefahrstoffverordnung konkretisiert. Dort heißt es: "Werden aus hygienischen Gründen Einmalhandschuhe aus Latex eingesetzt, so darf der Proteingehalt 30 μg/g Handschuhmaterial nicht überschreiten. Einmalhandschuhe aus Latex dürfen nicht gepudert sein."

Wer Latexhandschuhe verwendet, sollte ausschließlich puderfreie Latexprodukte mit einer möglichst geringen Proteinkonzentration von höchstens 30 Mikrogramm pro Gramm verwenden. Eine Alternative zu Latexhandschuhen sind Handschuhe aus Kunstgummi oder Kunststoffe. Mögliche Materialien für latexfreie Kunstgummis sind beispielsweise Nitrilkautschuk, Polychloropren (Neopren®), StyrolEthylenButylenStyrol (Tactylon®) oder StyrolButadienKautschuk. Als latexfreie Kunststoffe kommen Polyethylen (PE) sowie Polyvinylchlorid (PVC, Vinyl) in Frage.

 

BGW empfiehlt grundsätzlich Handschuhe ohne Puder

Wer bereits unter einer Latexallergie leidet, muss mit Handschuhen aus solchen alternativen Materialien ausgestattet werden. Es sind auch Allergien gegen andere Inhaltsstoffe bekannt, wie zum Beispiel Kontaktallergien gegen Thiurame. Die BGW empfiehlt also möglichst thiuramfreie Handschuhe. Zudem empfehlen die Experten, auch bei latexfreien Handschuhen nur ungepuderte zu verwenden, da der Puder zu Mikroreibungen führt und den physiologischen pH-Wert der Haut in Verbindung mit dem Schweiß, der sich leicht in Handschuhen bildet, verändert.

Foto: © pix4U - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Allergie , Dermatologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Allergien

Hohe Salzmengen können zu einer Umprogrammierung von Immunzellen führen, was wiederum die Entstehung von Allergien und Neurodermitis begünstigt. Das haben Forscher in neuen Untersuchungen herausgefunden. Was das konkret für die Praxis bedeutet, ist allerdings noch unklar.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Wer ins Krankenhaus geht, ohne Notfallpatient zu sein, kann sich die Klinik aussuchen. Am wichtigsten sind Patienten dabei Hygiene und Sauberkeit. Erst auf Platz zwei folgt die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete. Ob die Klinik groß oder klein ist, spielt kaum eine Rolle. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Hamburger Asklepios-Kliniken zu planbaren Behandlungen im Krankenhaus.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin