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16.07.2012

Gentest bei Brustkrebs soll überflüssige Chemotherapie vermeiden

Ob Brustkrebs-Patientinnen tatsächlich eine Chemotherapie brauchen, können neue Gentests berechnen. Die analytischen Gentests werden jetzt auch in Deutschland angeboten.
Gentest bei Brustkrebs

Gentest bei Brustkrebs

Zwölf Brustzentren im Rheinland und in Hamburg bieten Brustkrebs-Patientinnen in einem Pilotprojekt der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) den US-Test Oncotype DX zur Bestimmung des Rückfallrisikos an. Damit kann bestimmt werden, ob nach der Tumorentfernung eine Chemotherapie notwendig ist. Mit der Therapieoptimierungs-Studie ADAPT wollen die Forscher prüfen, ob sie mit Hilfe des genetischen Testverfahrens der Hälfte der Patientinnen mit hormonempfindlichen Tumoren die Chemotherapie ersparen können. Die Kosten für den Test in Höhe von 3000 Euro übernimmt bislang die AOK Rheinland/Hamburg für ihre Versicherten. In einem nächsten Schritt wird das Konzept auf bundesweit 60 bis 80 Zentren ausgeweitet. Insgesamt sollen 4600 Frauen mit primärem Brustkrebs und positivem Hormonrezeptorstatus teilnehmen. In gut drei bis vier Jahren soll eine Auswertung der Westdeutschen Studiengruppe vorliegen.

Gentests zur Verbesserung der Therapiefindung bei Brustkrebs sind in Deutschland kein Neuland

Gentests zur Verbesserung der Therapiefindung bei Brustkrebs gibt es nach Auskunft des Bundesverbands Deutscher Pathologen und der Deutschen Gesellschaft für Pathologie schon seit einigen Jahren von verschiedenen Anbietern. Die derzeitigen Leitlinien berücksichtigten ihren Einsatz als eine diagnostische Option.

Pathologischen Institute in Deutschland haben Diagnostikspektrum erweitert

Seit 2011 bieten mehrere pathologische Institute in Deutschland und der Schweiz den Gensignatur Test "EndoPredict®" an. Der neue Gentest wurde von einem Konsortium deutscher und österreichischer Forscher entwickelt und identifiziert die Brustkrebspatientinnen, die für einen optimalen Behandlungserfolg keine Chemotherapie benötigen. "Für diesen Test wurde in zwei internationalen Studien wissenschaftlich überzeugend gezeigt, dass er wichtige diagnostische Informationen zur Verbesserung der Therapieentscheidung für die einzelne Patientin liefert", erklärte Prof. Dr. Manfred Dietel, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. Wichtig sei, dass der Test in der Pathologie bzw. Klinik erfolgen kann, in der die Patientinnen behandelt werden. Damit werde ein zeitnaher Informationsaustausch mit dem behandelnden Arzt sichergestellt.

Oncotype DX und EndoPredict sind so genannte Multi-Gen-Tests, die im Gegensatz zu dem häufig verwendeten uPA/PAI-1-Eiweisstest Informationen zu mehreren Genen liefern, können.

 Foto: Sividon Diagnostics

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