Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.08.2017

Gentechnik rückt tierische Ersatzorgane näher

Die Vision, dass Tiere künftig Ersatzorgane liefern, rückt näher: In den USA kamen jetzt die ersten Schweine ohne Retroviren zur Welt. Damit ist ein wichtiges Sicherheitsrisiko für den Menschen gebannt.
Die Wissenschaft will in Schweinen Organe züchten. Die Hürde der Retroviren PERV wurde jetzt überwunden

Die Wissenschaft will in Schweinen Organe züchten. Die Hürde der Retroviren PERV wurde jetzt überwunden

Tausende Menschen warten auf ein neues Organ. Doch menschliche Spenderorgane sind knapp. Zu knapp, um all die Kranken mit einem passenden Transplantat versorgen zu können. Darum konzentriert sich Xenotransplantations-Forschung auf Tiere; insbesondere Schweine könnten aufgrund ihrer Anatomie als mögliche Lieferanten von Ersatzorganen dienen. Bislang machte allerdings sogenannte porcine endogene Retroviren (PERV) den Forscher zu schaffen. Diese Viren schlummern im Erbgut der Schweine und können für den Menschen gefährlich werden.

PERV eliminiert

Dieses Sicherheitsrisiko konnten US-Forscher nun überwinden. Wie Forscher vom Biotechunternehmen eGenesis im Fachmagazin "Science" schreiben, kamen die ersten Ferkel ohne PERV auf die Welt. Möglich machte dies ein Eingriff ins Erbgut mittels Genom-Editor CRISPR/Cas9. Damit konnten die Forscher nach eigenen Angaben 62 potenziell gefährliche Abschnitte in den Erbananlagen entfernen. Anschließend wurde das so manipulierte Erbgut in (DNA-befreite) Eizellen von Schweinen gebracht.

 

Abstoßungsreaktionen bislang ungelöst

Mit der Geburt der ersten 37 PERV-freien Klonschweine sind allerdings noch längst nicht alle Gefahren für die Übertragung von tierischen Zellen und Organen auf den Menschen gebannt. Abstoßungsreaktionen durch das menschliche Immunsystem bleiben weiterhin ein riesen Problem. Schon bei Verpflanzungen von Organen oder Stammzellen von Mensch zu Mensch stellt dies eine enorme Herausforderung dar. Bei unterschiedlichen Spezies ist diese Gefahr um ein Vielfaches größer. Das ist auch den Forschern von eGenesis klar. Das Team von George Church und Luhan Yang, beides Harvard-Wissenschaftler, sieht darin sogar die größere Schwierigkeit, als die PERV zu eliminieren, und teilte mit, weiter an der Sicherheit der Xenotransplantation zu arbeiten.

Bio-Herzklappen werden seit etlichen Jahren aus Gewebe von Schweinen hergestellt. Allerdings werden die Transplantate von Zellen befreit, so dass eine Übertragung von PERV prinzipiell ausgeschlossen ist. 

Autor: ham
 

Weitere Nachrichten zum Thema Xenotransplantation

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin