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Genexpressionstest zeigt, ob Chemotherapie sinnvoll ist

Nicht immer ist bei Brustkrebs eine Chemotherapie ratsam – und wirksam. Genexpressionstest können hierzu eine hilfreiche Aussage liefern. War die Reaktion in der Gesundheitspolitik darauf bisher eher verhalten, könnte sich das nun ändern: Der Genexpressionstest Oncotype DX wurde jetzt in die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) aufgenommen.
Bei Brustkrebs ist nicht immer auch eine Chemotherapie angezeigt

Diagnose Brustkrebs: Nicht immer ist eine Chemotherapie sinnvoll

Der Brustkrebstest des amerikanischen Herstellers Genomic Health mit Niederlassung in München kann nützliche Zusatzinformationen bei bestimmten Formen des Mammakarzinoms liefern und verfügt über die notwendige hohe Level-IB-Evidenz. Dies hat die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. – eine gemeinsame Expertengruppe der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. und der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. – bestätigt. Deshalb hat sie den Test am 1. März 2014 in die neueste Fassung ihrer Empfehlungen für die Versorgung von Brustkrebspatientinnen in Deutschland aufgenommen.

Nutzt Chemotherapie – oder schadet sie nur? Genexpressionstest kann hier helfen!

Der Oncotype DX Brustkrebstest liefert bei ausgewählten Patientinnen eine zusätzliche prognostische und als einziger Genexpressionstest eine prädiktive Information bezüglich des zu erwartenden Nutzens einer Chemotherapie. Dies bedeutet für die betroffenen Patientinnen einen wichtigen Fortschritt: Immer noch erhalten zu viele Patientinnen mit einem frühen, hormonsensiblen invasiven Mammakarzinom eine Chemotherapie. Erste Ergebnisse der momentan in Deutschland laufenden Brustkrebsstudie ADAPT2 der Westdeutschen Studiengruppe deuten darauf hin, dass mit innovativen diagnostischen Konzepten unter Nutzung des Tests bei über 60 Prozent der Chemotherapie-Kandidatinnen auf den Einsatz einer Chemotherapie verzichtet werden kann. Dies bedeutet für die betroffenen Frauen, dass diese auf eine belastende – und in ihrem Falle nicht einmal wirkungsvolle Therapie verzichten können. Und für die gesetzliche Krankenversicherung bedeutet es zusätzlich, dass unnötige Ausgaben zugunsten anderer Therapieformen vermieden werden können. 

 

Rezidivrisiko bei invasivem Brustkrebs lässt sich besser prognostizieren

„Wir freuen uns, dass deutsche Leitlinien, wie die Empfehlungen der AGO, sich den internationalen Leitlinien angleichen", sagte Dr. Gerald Wiegand, Geschäftsführer von Genomic Health Deutschland anlässlich der Aufnahme des Testes in die AGO-Empfehlungen. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die betroffenen Patientinnen und ihre behandelnden Ärzte, sodass wir denken, dass es in Zukunft keine Chemotherapie ohne Test geben sollte, wenn andere klinische Parameter keine eindeutige Entscheidung zulassen". 

Mit Hilfe des Brustkrebstests lasen sich nicht nur die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Chemotherapie sowie das Rezidivrisiko bei invasivem Brustkrebs prognostizieren. Auch kann der Test zur Prognose des Rezidivrisikos beim duktalen Karzinom in situ (DCIS) eingesetzt werden. In den USA ist der Test schon lange Standard. In Deutschland gab es bisher viele Diskussionen um die Anerkennung amerikanischer Studien – und darüber, wie der Test finanziert werden sollte. Diese könnten mit der Aufnahme des Tests in die Empfehlungen der AGO bald beendet sein. 

Foto: Sven Bähren - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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