. Versorgungsforschung

Gemeinsames Krebsregister Berlin Brandenburg soll Kampf gegen den Krebs verbessern

Berlin und Brandenburg bekommen ein neues gemeinsames klinisches Krebsregister. Die Daten sollen wertvolle Informationen für die regionale Krankenversorgung liefern. Am Donnerstag wurde der Vertrag von beiden Ländern unterzeichnet.
Gemeinsames Krebsregister Berlin Brandenburg soll Kampf gegen den Krebs beschleunigen

Das gemeinsame klinische Krebsregister Berlin Brandendburg startet 2016

Berlin und Brandenburg werden im nächsten Jahr ein gemeinsames Krebsregister anlegen. Um alles dingfest zu machen, haben Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja am Donnerstag eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Darin sind Details über die Zusammenarbeit und Finanzierung geregelt, etwa dass die Landesärztekammer Brandenburg die Trägerschaft übernimmt. Offizieller Start des gemeinsamen Krebsregisters ist der 1. Januar 2016.

Anders als Berlin hat Brandenburg bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister. Es erfasst alle Daten zur Diagnose, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Künftig werden diese Daten nun für beide Länder gemeinsam erhoben. Das gemeinsame Krebsregister liefert den Ärzten, aber auch der Forschung wertvolle Erkenntnisse zu Diagnose, Behandlung, Heilungsprozessen oder zu Rückfällen, und macht damit die erfolgversprechendste Krebsbehandlung für alle sichtbar.

Gemeinsames Krebsregister: 20 % der Berliner Krebspatienten sind Brandenburger

„Mit dem gemeinsamen klinischen Krebsregister werden wir die Behandlung der Krebspatientinnen und –patienten in unserer gemeinsamen Region noch weiter verbessern“, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja. Das Register sei ein Zeichen für die enge Zusammenarbeit der beiden Länder. „Schon heute sind rund 20 Prozent der in Berlin behandelten Krebspatientinnen und -patienten Brandenburger“, sagte er. Dass Berlin auf das bereits funktionierende Krebsregister in Brandenburg zurückgreifen könne, erleichtere schnellen Neuaufbau von Strukturen in Berlin.

Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze zeigte sich optimistisch, dass mit dem gemeinsamen klinischen Krebsregister die Diagnose- und Therapieverfahren weiter verbessert werden können. „Davon profitieren Patientinnen und Patienten unmittelbar.“

Mehr als 16.000 Menschen sterben jährlich in der Region an Krebs

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische (KFRG) verpflichtet alle Bundesländer, flächendeckende klinische Krebsregister mit einem vorgegebenen Aufgabenspektrum einzurichten.  Für die weitere Umsetzung des gemeinsamen Krebsregisters sind bis Ende 2015 außerdem noch notwendige Landesgesetze und ein Staatsvertrag geplant. Die laufenden Betriebskosten des gemeinsamen Krebsregisters sollen ab 2016 zu 90 Prozent durch die gesetzlichen Krankenkassen und zu zehn Prozent von den Ländern Berlin und Brandenburg finanziert werden.

In Brandenburg erkranken jährlich rund 15.000 Menschen neu an Krebs, etwa 7.500 sterben daran. In Berlin sind es pro Jahr rund 17.400 Menschen, die neu an Krebs erkranken, etwa 8.800 sterben jedes Jahr an den Krankheitsfolgen.

Foto: © Nmedia - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gesundheitspolitik

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft Dr. Johannes Bruns über den Aufbau von flächendeckenden klinischen Krebsregistern und warum Daten für die Krebsbekämpfung unverzichtbar sind.
. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.