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06.04.2012

Gelenkschäden durch Rheuma nicht umkehrbar

Eine Rheumatoide Arthritis zerstört nach und nach die Gelenke. Die schmerzhafte Erkrankung kann aber durch eine möglichst frühzeitige medikamentöse Therapie aufgehalten werden, heilbar ist sie nicht.
Gelenkschäden durch Rheuma nicht umkehrbar

Rotes Kreuz Krankenhaus

Sind die Gelenke erst einmal zerstört, gibt es kein Zurück. Bei etwa zwei Drittel der Patienten zerstört die Krankheit die knöchernen Verbindungen unwiederbringlich, zunächst sind die Handgelenke betroffen, im Verlauf gehen die entzündlichen Prozesse auf alle Gelenke des Körpers über. Ursache ist eine fehlgeleitete körpereigene Abwehr: Das Immunsystem greift den eigenen Körper an und ruft dabei Entzündungen an den Geweben hervor.

Rheumatoide Arthrits: Therapien

"Viele Patienten durchleben einen schweren und langen Leidensweg", sagt Prof. Dr. Ulf Müller-Ladner, Rheumatologe an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim mit Lehrstuhl an der Justus-Liebig Universität Giessen. Rheuma-Experten wie Müller-Ladner raten daher, die Krankheit möglichst früh zu behandeln und die Therapie zu wechseln, falls sie nicht anschlägt.

Zu den neusten therapeutischen Ansätzen gehören etwa Langwirksame Antirheumatika. Diese sogenannten "disease modifying antirheumatic drugs" (DMARDs) können die Krankheit lindern, indem sie in die fehlgesteuerte Immunreaktion des Körpers eingreifen und diese hemmen. "Dabei sollte die Therapie möglichst früh einsetzen, nach dem Motto: hit hard and early", betont Müller-Ladner. Dafür sollten Ärzte Antirheumatika mit individuell dosierten Glukokortikosteroidpräparaten kombinieren. Auch gebe es Medikamente, die den Patienten die morgendlichen Schmerzen nehmen. Helfe dies nicht, komme auch eine Therapie mit sogenannten Biologika in Frage. Diese Medikamente greifen gezielt in die entzündlichen Vorgänge ein, indem sie Signalwege zwischen den Zellen blockieren. "Sobald wir merken, dass eine Therapie nicht wirkt, müssen wir möglichst rasch nach Alternativen suchen und umstellen", ergänzt Müller-Ladner.

 

Risikofaktoren vermeiden

Was viele nicht wissen: Rheuma ist keine Krankheit der Alters. Etwa drei Viertel der Betroffenen erkranken zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Selbst schützen könnten sich Patienten gegen die überwiegend erblich bedingte Erkrankung kaum, meint Müller-Ladner: "Doch falls Sie Raucher sind, können sie einen ganz entscheidenden Risikofaktor stoppen, indem sie sofort damit aufhören", sagt der Experte. Zigaretten erhöhen nicht nur das Erkrankungsrisiko. Rheuma verläuft bei Rauchern auch erheblich schwerer als bei Nichtrauchern.

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