. Neue Seuchengefahr

Gelbfieber-Ausbruch in Brasilien: Notfallimpfungen haben begonnen

Erst Zika, jetzt Gelbfieber: Brasilien sieht sich mit der Ausbreitung einer weiteren Viruserkrankung konfrontiert. Über 70 Tote sollen bereits durch Gelbfieber gestorben sein. Die Regierung hat nun mit Impfaktionen begonnen.
Gelbfieber-Ausbruch

Das Gelbfiebervirus wird durch Stechmücken übertragen

Im vergangenen Jahr war die Gefahr einer Infektion mit dem Zika-Virus bei Reisen nach Brasilien in aller Munde. Die Infektionszahlen sind hier jedoch rückläufig. Nun wird vor einer neuen möglichen Epidemie gewarnt: In einigen Teilen Brasiliens verbreitet sich das Gelbfieber, das ähnlich wie Zika durch Mücken übertragen wird. 272 Verdachtsfälle für Gelbfieber hat das Gesundheitsministerium registriert, 71 Todesfälle sollen bisher auf die Virusinfektion zurückzuführen sein.

Impfen schützt vor Gelbfieber

Zu den ersten Anzeichen einer Gelbfieber-Infektion gehören allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit. Die meisten Patienten erholen sich danach. Doch bei etwa 15 Prozent der Betroffenen kommt es wenige Stunden nach der scheinbaren Erholung zu einem zweiten Krankheitsschub, der mit noch höherem Fieber, Blutungen und Erbrechen einhergeht. Die Haut verfärbt sich gelb, weil auch die Leber durch das Virus angegriffen wird. Zwischen zehn und 50 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb weniger Tage.

Eine Therapie gegen Gelbfieber existiert nicht, doch seit Jahrzehnten steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung. Die brasilianische Regierung hat nun in betroffenen Gebieten mit Impfaktionen begonnen. Zwei Millionen zusätzlich bereitgestellte Impfdosen sollen die weitere Ausbreitung eindämmen.

Ansteckungsrisiko von Region zu Region unterschiedlich

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr bis zu 200.000 Menschen an Gelbfieber, 60.000 davon sterben. Gelbfieber tritt gehäuft in einigen Gebieten Afrikas sowie Zentral- und Südamerikas auf. In Brasilien ist das Ansteckungsrisiko je nach Region sehr unterschiedlich. Zurzeit ist besonders der Bundesstaat Minas Gerais betroffen.

Die Erkrankung wird vom Gelbfiebervirus, einem Arbovirus aus der Familie der Flaviviren, ausgelöst und durch Stechmücken übertragen. Gefährlich sind Mücken der Gattung Aedes, Haemagogus und Sabethes. Gelbfieber kann durch Mückenstiche von Affe zu Mensch (Dschungelgelbfieber) sowie von Mensch zu Mensch (Stadtgelbfieber) übertragen werden.

Foto: © bankerfotos - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Zecken , FSME , Vogelgrippe , Malaria , Impfen

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Obwohl die WHO England im vergangenen Jahr für masernfrei erklärt hat, sind in diesem Jahr einige Ausbrüche bekannt geworden. So wurden seit Beginn des Jahres in England und Wales über 180 Erkrankungen gemeldet, berichtet das Centrum für Reisemedizin.
. Top-Fortbildungen
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.