Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Geimpfte bald von Test-Pflicht und Quarantäne-Pflicht befreit?

Montag, 12. April 2021 – Autor:
Das Bundesgesundheitsministerium denkt über neue Regelungen für Geimpfte nach. Danach könnte bei Reisen die Test-Pflicht entfallen. Und für Geimpfte nach einem Risiko-Kontakt keine Quarantäne-Pflicht mehr gelten.
Geimpfte und geimpfte Genesene müssen nach einem Risiko-Kontakt nicht mehr in häusliche Isolation

– Foto: Adobe Stock/Dragana Gordic

Das Bundesgesundheitsministerium denkt über neue Regelungen für Geimpfte nach. Danach könnte bei Reisen die Test-Pflicht entfallen. Nur wer aus einem Virusvariantengebiet kommt, muss sich weiterhin testen lassen. Außerdem könnte es für Geimpfte nach einem Risiko-Kontakt keine Quarantäne-Pflicht mehr geben.

Das empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) auch für Personen, die bereits eine PCR-bestätigte und symptomatische Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben ("Genesene") und mit einer Impfstoffdosis geimpft sind.

Geimpfte bald von Test-Pflicht und Quarantäne-Pflicht befreit?

Bis zum 14. Tag nach dem Kontakt zu dem SARS-CoV-2-Fall sollte ein Selbstmonitoring (Körpertemperatur, Symptome) erfolgen. Entwickelt die Person trotz vorausgegangener Impfung Symptome, so muss sie sich in eine Selbstisolierung begeben und eine zeitnahe Testung veranlassen.

Dass Geimpfte bald von Test-Pflicht und Quarantäne-Pflicht befreit sind, wird nicht überall gelten.  Ausgenommen sind geimpfte Patienten in medizinischen Einrichtungen (Krankenhaus u.a.) sowie geimpfte Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen.

 

Geimpfte höchstwahrscheinlich nicht mehr ansteckend

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand sei das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen, heißt es beim RKI.

 

Auf Basis der bisher vorliegenden Daten sei davon auszugehen, dass die Viruslast bei Personen, die trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infiziert werden, stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung positiv getestet wird - und damit andere anstecken könnte  -, ist damit niedrig, aber nicht gleich Null, betont das RKI.

Impfung bietet bis zu 90 Prozent Schutz vor Infektion

Die Impfung hat eine hohe Schutzwirkung (mindestens 80 Prozent) gegen schweres Covid-19, unabhängig vom verwendeten Impfstoff (Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca). Die Impfung führt außerdem  zu einer deutlichen Reduktion der SARS-CoV-2-Infektionen (symptomatisch und asymptomatisch). Bei AstraZeneca liegt die Schutzwirkung bereits nach der 1. Dosis bei circa 65 Prozent, bei Biontech/Pfizer nach der 2. Dosis bei circa 90 Prozent.

Hygienemaßnahmen weiter einhalten

Da aber nicht auszuschließen sein, dass einige Menschen nach Kontakt mit dem Coronavirus trotz Impfung PCR-positiv werden und infektiöse Viren ausscheiden könnten, müssen die Infektionsschutzmaßnahmen forttlaufend eingehalten werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, auch nach der Impfung die allgemeinen Schutzmaßnahmen (Masken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) anzuwenden.

Schnelltest sicherer bei Menschen mit Symptomen

Schnelltests sind bei Menschen mit Symptomen besser geeignet, Fälle von Covid-19 korrekt zu identifizieren als bei symptomlosen Personen. Auch darauf weist das RKI hin. Bei Personen mit Symptomen wurden im Durchschnitt 72 Prozent derjenigen, die Covid-19 hatten, korrekt als infiziert identifiziert. Bei Personen ohne Symptome identifizierten die Antigentests im Durchschnitt nur 58 Prozent der Infizierten richtig.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Zur Senkung hoher Cholesterinwerte werden Statine als Mittel der Wahl eingesetzt, da sie wirksam vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Berichte über Nebenwirkungen verunsichern viele Patienten. Wie sicher und verträglich sind diese Cholesterinsenker?


Nagelpilz (Onychomykose) ist ein verbreitetes Leiden. Pilzsporen dringen in den Nagel ein und führen zu Verfärbungen und Verdickungen. Dagegen gibt es rezeptfreie Mittel. Wie wirksam sind sie?
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin