Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
19.01.2021

Gehirn kann sich nur im Schlaf erholen - Ruhe reicht nicht

Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben nachgewiesen, dass während des Schlafens im Gehirn aktive Erholungsprozesse ablaufen, die sich nicht durch Ruhe ersetzen lassen.
Nickerchen, Ruhepause, Sofa

Die Ruhepause auf dem Sofa kann für das Gehirn nicht den Schlaf ersetzen

Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben nachgewiesen, dass während des Schlafens im Gehirn aktive Erholungsprozesse ablaufen, die sich nicht durch Ruhe ersetzen lassen.

Schlaf ist im Tierreich allgegenwärtig und lebensnotwendig. Auch seine Bedeutung für die Verstetigung und Verstärkung von Leistungen des Gehirns ist seit langem bekannt. Strittig war bislang allerdings, ob dies vor allem darauf zurückzuführen ist, dass das Gehirn im Schlaf keine neuen Reize verarbeiten muss, oder ob aktive neuronale Prozesse unwichtige Informationen und Verbindungen im Gehirn schwächen.

Probanden schliefen, ruhten oder spielten

In der aktuellen Studie führten die Forscher ein visuelles Lernexperiment mit 66 Probanden durch. Zunächst übten alle Teilnehmer, bestimmte Muster zu unterscheiden. Im Anschluss war eine Gruppe wach und sah dabei Videos oder spielte Tischtennis. Eine Gruppe schlief für eine Stunde und die dritte Gruppe blieb wach, war jedoch in einem abgedunkelten Raum ohne äußere Reize und unter kontrollierten Schlaflaborbedingungen.

 

Die Schläfer schnitten beim Test am besten ab

Die Gruppe, die geschlafen hatte, schnitt im Anschluss nicht nur deutlich besser ab als die Gruppe die wach und aktiv war. Auch die passiv-wache Gruppe konnte sie übertreffen. Die bessere Leistung war an die typische Tiefschlafaktivität des Gehirns gebunden, die eine wichtige Funktion für die Verknüpfungsstärke von Nervenzellen hat.

"Das zeigt, dass es der Schlaf selbst ist, der den Unterschied macht", sagt Ko-Studienleiter Prof. Dieter Riemann, Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg, in einer Pressemitteilung. In Kontrollexperimenten stellten die Freiburger Forschenden sicher, dass Müdigkeit und andere allgemeine Faktoren keinen Einfluss auf das Ergebnis hatten.

Gehirn kann sich nur im Schlaf erholen - Ruhe reicht nicht

Das Gehirn kann sich also nur im Schlaf erholen - Ruhe reicht nicht. Das ist wichtig für Phasen von intensiven Leistungsanforderungen in Beruf oder Alltag (Abitur/Prüfungen). Die Studie erschien im Fachmagazin Sleep. "Der Zustand des Gehirns während des Schlafs ist einmalig", ergänzt Prof. Christoph Nissen, der als Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg die Studie leitete und mittlerweile an der Universität Bern tätig ist.

Bereits in früheren Studien konnten Nissen und sein Team zeigen, dass Schlaf eine Doppelfunktion für das Gehirn hat: Nicht benötigte Verbindungen werden geschwächt und relevante Verbindungen gestärkt.

Foto: Adobe Stock/Contrastwerkstatt

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arbeitsbelastung , Gehirn
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaf

19.09.2020

Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die häufigsten Gründe: Stress und falsche Gewohnheiten. Einige einfache Tricks können dazu beitragen, wieder zu einem besseren Schlafrhythmus zu finden.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Bei einem Fachgespräch im Gesundheitsausschuss des Bundestags haben Gesundheitsexperten vor den Gefahren der Sepsis – allgemein auch als „Blutvergiftung bekannt“ – gewarnt. Sie fordern eine verstärkte Aufklärung von Bevölkerung und medizinischem Personal.


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin