. Gerinnungshemmer

Gegenmittel zu Gerinnungshemmer Dabigatran bald zugelassen

Ein Gegenmittel zum Gerinnungshemmer Dabigatran (Handelsname: Pradaxa) steht in der EU kurz vor der Zulassung. Die empfahl zumindest der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Das Antidot Idarucizumab soll im Notfall zum Einsatz kommen.
Bestimmte Erkrankungen erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel

Gerinnungshemmer sollen solche Blutgerinnsel verhindern

Die blutverdünnende Wirkung von Dabigatran kann mit diesem Gegenmittel sofort aufgehoben werden, wenn ein Patient eine Notoperation benötigt oder es zu nicht beherrschbaren, lebensbedrohlichen Blutungen kommt.

Die positive Empfehlung stützt sich auf Daten klinischer Studien mit gesunden Freiwilligen sowie die Zwischenergebnisse der Patientenstudie Re-Verse AD, die seit Mai 2014 mit Patienten aus über 35 Ländern läuft.

Gegenmittel zu Gerinnungshemmer wirkt rasch

In den Studien konnte eine sofortige Aufhebung der Gerinnungshemmung innerhalb weniger Minuten nach intravenöser Gabe von 5 g Idarucizumab festgestellt werden. Das berichtet der Hersteller Boehriger-Ingelheim.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten wirkte das Antidot vollständig und anhaltend. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht festgestellt, es gab auch keine Hinweise auf Thrombose-fördernde Effekte

 

Neue Gerinnungshemmer sind weitaus teurer - Dabigatran zählt dazu

Dabigatran zählt zu den Gerinnungshemmern der neuen Generation, die in den letzten Jahren auf den Markt kamen. Sie sind weitaus teurer als herkömmliche Blutverdünner wie Warfarin (Handelsname: Marcumar). Dafür sind sie einfacher zu dosieren und einzunehmen, eine routinemäßige Überwachung der blutverdünnenden Wirkung wie bei Marcumar ist nicht nötig.

Nach ihrer Markteinführung gerieten sie zunächst in die Kritik, bei einigen Patienten traten schwere innere Blutungen auf, es gab ungeklärte Todesfälle. Auch existierten bislang zumindest keine Gegenmittel.

Foto: psdesign1

 

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