Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
15.12.2016

Gegen Noroviren hilft viel Trinken

Das Norovirus gehört zu den ansteckendsten Erregern überhaupt. In einigen Bundesländern sprechen die Behörden von einer regelrechten Epidemie. Viel Trinken ist die beste Therapie.
Bei Brechdurchfall hilft viel trinken. Viel mehr kann man gegen Noroviren nicht tun

Bei Brechdurchfall hilft viel trinken. Viel mehr kann man gegen Noroviren nicht tun

Plötzlich einsetzendes Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle – hinter Brechdurchfall kann eine Infektion mit dem Norovirus stecken. Das Virus, das zur Familie der Caliciviridae gehört, breitet sich derzeit in Deutschland rasant aus. Besonders viele Norovirus-Erkrankungen traten bislang in Nordrhein-Westfalen auf, bis Ende November wurden dort 10.222 Fälle angezeigt. Aber auch in Sachsen, Bayern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sprechen die Behörden von einer regelrechten Epidemie. Baden-Württemberg verzeichnet ebenfalls einen hohen Anstieg an Norovirus-Infektionen, insbesondere bei kleinen Kindern. Rund 3.500 Norovirus-Erkrankungen meldete das „Ländle“ dem Robert Koch-Institut (RKI) in den vergangen Wochen.

Flüssigkeitsverlust ist das größte Risiko

Die Erkrankung ist meldepflichtig, doch die Dunkelziffer ist vermutlich hoch. Nicht jeder geht bei Brech-Durchfall zum Arzt. Eine Therapie gegen die Norovirus-Infektion gibt es nicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) rät Betroffenen, viel zu trinken, um eine Austrocknung des Körpers zu vermeiden. Denn der Flüssigkeitsverlust bei einer Norovirus-Erkrankung ist groß. Außerdem hilft zugeführte Flüssigkeit dem Körper, das Virus schneller auszuscheiden. Auch Bettruhe ist angebracht, um das Immunsystem fit gegen die Viren zu machen. In der Regel klingt die Infektion nach spätestens vier Tagen von selbst wieder ab.

Um Ansteckungen zu vermeiden, sollten Betroffene wie enge Kontaktpersonen häufig die Händewaschen und insbesondere im Badezimmer auf eine penible Hygiene achten. Noroviren werden nämlich mit Erbrochenem und über den Stuhl ausgeschieden und sind hoch infektiös. Das erklärt, die rasche Ausbreitung in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen oder Kindertagesstätten. Rund 60 Prozent der Infektionen treten im Rahmen solcher Ausbrüche auf.

 

Noroviren haften auch auf Handys

Da das Virus extrem umweltstabil ist, haftet es überall dort, wo es über Tröpfchen hingelangt ist, also auch an Möbeln, Wasserhähnen oder Handys. Übertragungen durch kontaminierte Lebensmittel sind laut RKI ebenfalls möglich.

Für gesunde Menschen ist das Norovirus nicht gefährlich. Die Sterblichkeit der Norovirus-Erkrankung ist mit weniger als 0,1 Prozent sehr gering und betrifft vor allem alte, immungeschwächte Menschen.

In der Wintersaison 2007/2008 erreichten die Norovirus-Infektionen ein Rekordniveau: Fast 250.000 Fälle wurden damals dem Robert Koch-Institut gemeldet. Für den Winter 2016/2017 liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. Die Saison hat gerade erste begonnen.

Foto: © mariesacha - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Magen , Darm
 

Weitere Nachrichten zum Thema Noroviren

10.02.2016, aktualisiert: 13.12.2016

Zwischen Oktober und März haben Noroviren Hochsaison. Nach der Ansteckung kommt es nach 6 Stunden bis 2 Tagen zum Ausbruch der Erkrankung, meist starker Brechdurchfall. Nach Abklingen der Symptome können Betroffene noch über Wochen ansteckend sein - über ihren Stuhl.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.


Wer spät am Abend viel und Schweres isst, schläft schlecht – und umgekehrt. Das ist bekannt. Eine Studie aus den USA an über 400 Frauen zeigt jetzt: Nicht nur der Zeitpunkt des Essens ist entscheidend, sondern auch die grundsätzliche Auswahl. Wer sich also konsequent gesund ernährt, kann dauerhaft leichter ein- und besser durchschlafen.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin