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Gebärmutterhalskrebs: PAP-Test oder HPV-Test?

Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sind Änderungen geplant. Patientinnen sollen sich demnächst zwischen PAP-Test und HPV-Test entscheiden. Das kritisiert der Gynäkologen-Verband GenoGyn.
Bei der Krebsvorsorge beim Frauenarzt sind Änderungen geplant

Bei der Früherkennung für Gebärmutterhalskrebs soll es einen neuen Test geben

Bei Frauen, die einmal im Jahr zur Kontrolle zum Frauenarzt gehen, wird unter anderen ein Abstrich vom Gebärmutterhals genommen. Die entnommenen Zellen werden zytologisch auf mögliche Krebsvorstufen oder Krebs untersucht.

Voraussichtlich ab 2017 wird alternativ ein Test auf HPV (humane Papillomviren) angeboten. HP-Viren sind nachweislich ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung des Zervixkarzinoms. Frauen zwischen 30 bis 60 Jahren sollen sich dann für eine Übergangszeit von sechs Jahren für eine der beiden Methoden entscheiden: einmal im Jahr den üblichen PAP-Abstrich oder alle fünf Jahre einen HPV-Test.

Gebärmutterhalskrebs: PAP-Test oder HPV-Test zuverlässiger?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) will seine Richtlinien zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs entsprechend anpassen, heißt es in einer Mitteilung von GenoGyn. In der Übergangsphase werden Daten erhoben, auf deren Basis der G-BA prüft, welche die Test-Methode die zuverlässigere ist. Dann soll nur noch die überlegene Screening-Strategie angeboten werden.

Das kritisieren die im Verband GenoGyn zusammengeschlossenen Gynäkologen. Die vorliegenden Studien zum Nutzen des HPV-Tests ermöglichten keine Empfehlung für eine der beiden Screening-Methoden. „Wir können die Frauen nicht in einen Versuch mit ungewissen Konsequenzen schicken“, warnt Vorstand Dr. Jürgen Klinghammer.
 
Auch Frauenarzt Dr. Bodo Jordan, GenoyGyn-Aufsichtsrat und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft zytologisch tätiger Ärzte in Deutschland, hält den anvisierten Strategie-Wechsel für nicht gerechtfertigt: „Unser existierendes Programm ist äußerst effektiv, wie die niedrige Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs in Deutschland belegt.“ Nicht nachzuvollziehen sei auch die Altersgrenze von 60 Jahren für das Screening, obwohl die Erkrankungshäufigkeit ab 65 erneut ansteigt.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung: Ärzte und Kassen im Zwist

GenoGyn beruft sich auf das Deutsche Krebsforschungszentrum. Danach lässt sich aus dem alleinigen Nachweis von HP-Viren am Gebärmutterhals nicht direkt ableiten, ob sich das infizierte Gewebe bösartig verändern wird oder ob die Infektion ausheilt. Bisher lasse erst die Untersuchung von Zellabstrichen deutlichere Rückschlüsse zu und spüre Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs auf.

Die Motive für die geplante Änderung liegen nach Einschätzung des Gynäkologen-Verbandes auf der Kostenebene. Die Krankenkassen wollten sich hier durchsetzen. Dr. Klinghammer: „Eine Patientin aus Kostengründen nur noch alle fünf Jahre für einen HPV-Test mit unklaren Folgen zu sehen, halte ich für unverantwortlich.“ Nach Angaben der Barmer GEK wiederum ergeben sich aus einem Wechsel zum HPV-Test keine Einparungen.

Früherkennung: Für Frauen von 20 bis 30 ändert sich nichts

Rund 60 Prozent der Frauen haben zum Zeitpunkt ihrer Zervixkarzinom-Diagnose in den vorherigen fünf Jahren keine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch genommen. Eine Optimierung des Früherkennungsprogramms sollte sich deshalb darauf konzentrieren,  die Frauen zu erreichen, die nicht zur Vorsorge gehen, heißt es bei GenoGyn.

Für Frauen zwischen 20 und 30 Jahren soll sich in der Übergangsphase vorerst nichts ändern: Sie haben weiterhin Anspruch auf den jährlichen PAP-Abstrich.

Foto: homonstock

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