. Änderung der Psychotherapie-Richtlinie

G-BA schließt Versorgungslücke bei Schizophrenie

Bei einer Schizophrenie, schizotypen oder wahnhaften Störungen sowie bei einer bipolaren affektiven Störung kann nun regelhaft eine Psychotherapie verordnet werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner jüngsten Sitzung die Psychotherapie-Richtlinie dem aktuellen Forschungsstand angepasst.

Mehr Psychotherapie für Schizophrenie-Patienten ist nun laut G-BA erlaubt

Damit könnten psychotische Störungen von jetzt an ambulant und in allen Phasen der Erkrankung psychotherapeutisch behandelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK). Diese Verbesserung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung sei dringend geboten, da es sich bei psychotischen Erkrankungen meist um besonders schwere Störungen handele, die mit erheblichen psychosozialen Beeinträchtigungen verbunden sind. Darüber hinaus sei im stationären Bereich die psychotherapeutische Versorgung oftmals nicht ausreichend.

Leitlinien sehen Psychotherapie schon lange als wesentlichen Bestandteil der Therapie bei Schizophrenie 

„Psychotherapie ist ein unerlässlicher Bestandteil der evidenzbasierten Versorgung einer Schizophrenie. Internationale und deutsche Leitlinien empfehlen uneingeschränkt, dass diesen Patienten in allen Phasen der Erkrankung, auch in der akuten Phase, Psychotherapie angeboten werden soll“, schreibt die BPtK. Zahlreiche klinische Studien hätten die Wirksamkeit der Psychotherapie sowohl in der akuten Phase der Erkrankung als auch bei andauernden psychotischen Symptomen belegt. Insofern sei die Änderung der Richtlinie konsequent.

Begrenzte Indikationsbeschreibung führte zu unbefriedigender Versorgungssituation

Bislang sah die Psychotherapie-Richtlinie vor, dass Psychotherapie nur sehr eingeschränkt bei psychischer Begleit-, Folge- oder Residualsymptomatik psychotischer Erkrankungen angewendet werden darf. „Diese begrenzte Indikationsbeschreibung hatte wesentlich dazu beigetragen, dass Patienten mit Schizophrenie ambulant kaum psychotherapeutisch behandelt wurden“, so die BPtK. Die Änderung der Psychotherapie-Richtlinie geht auf eine gemeinsame Initiative der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und des Dachverbandes Deutschsprachiger PsychosenPsychotherapie (DDPP) zurück. BPtK und DDPP hatten sich im Mai 2012 in einem Schreiben an den G-BA gewandt und auf die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Weiterentwicklung der Indikationsbeschreibung in der Psychotherapie-Richtlinie hingewiesen.

Foto: Johannesspreter - Fotolia.

Autor: Cornelia Wanke

Weitere Nachrichten zum Thema Schizophrenie

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.