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21.09.2021

Fünf typische Fehler bei der Kopflaus-Behandlung

Auch wenn Kopfläuse für viele als Tabuthema gelten: Die richtige Strategie ist, offen damit umzugehen und sie entschlossen zu behandeln. Das aber braucht Geduld, Konsequenz und Knowhow. Diese fünf Fehler sollte man nicht machen.
Mutter kämmt Tochter mit einem engzinkigen Spezialkamm die Haare, um Kopfläuse zu entfernen.

Das gängige Behandlungsschema bei Kopfläusen ist eine Kombination aus dem Einsatz von Kopflausmitteln und dem Auskämmen mit einem extrem feinzinkigen Spezialkamm.

Kopflausbefall ist europaweit die häufigste Parasiten-Erkrankung im Kindesalter. Oft wird der Befall auf mangelnde Hygiene bei Einzelpersonen oder in einem Haushalt zurückgeführt – aber das entspricht nicht den Tatsachen. „Kopflausbefall hat nichts mit fehlender Sauberkeit zu tun, da Kopfläuse durch das Waschen der Haare mit gewöhnlichem Shampoo nicht beseitigt werden“, heißt es in einem Patientenratgeber des Robert-Koch-Instituts. Enge zwischenmenschliche Kontakte, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen. Kopfläuse können zu jeder Jahreszeit gehäuft auftreten und weitere Familienmitglieder, Mitschüler oder Freuden befallen. Dass dies geschehen kann, liegt oft daran, dass viele Betroffene versuchen, die Krankheit zu verschweigen, statt offen damit umzugehen. Und: dass Fehler bei der Behandlung gemacht werden.

Standard-Behandlung: Kopflausmittel plus Auskämmen

Bemerkt werden Läuse durch Juckreiz oder gerötete Stellen auf der Kopfhaut. Diese entstehen durch die Bisse der Läuse oder häufiges Kratzen – meist im Nacken am Übergang vom Haar zur Haut oder hinter den Ohren. Eine Behandlung ist unerlässlich, denn: Die kleinen Parasiten (Größe: 2,1 bis 3,3 Millimeter), die sich durch Stiche in die Haut von menschlichem Blut ernähren, verschwinden nicht wieder von alleine.

Das gängige Behandlungsschema bei Kopfläusen sieht grundsätzlich eine Kombination aus dem Einsatz von Kopflausmitteln und nassem Auskämmen mit einem extrem feinzinkigen Spezialkamm vor. Als Mittel der Wahl gelten Produkte, die auf einer physikalischen Wirkung basieren. Anti-Läuse-Mittel sollten für alle Altersklassen geeignet sein, also auch für Babys. Außerdem auch für Mütter während Schwangerschaft und Stillzeit. Damit sie auch Allergiker problemlos anwenden können, sollten darin auch möglichst keine Farb-, Duft- sowie Konservierungsstoffe enthalten sein. Und: Sie sollten nicht entflammbar sein.

 

Silikonöl-Präparate – die Läuse ersticken ohne Insektizide

Das Verbrauchermagazin Öko-Test bewertet regelmäßig Kopflausmittel und weitere Läuseprodukten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit. Dabei zeigte sich: Öko-Test empfiehlt Produkte, die auf der Grundlage von unproblematischen Silikonölen wirken und sicher sind. Reines Dimeticon (Silikonöl) bedeckt Läuse und deren Eier bedeckt und zu ihrem Ersticken führt. Es ist zudem im Gegensatz zu anderen Mitteln insektizidfrei.

So wendet man Kopflausmittel richtig an

Das Mittel auf das trockene Haar verteilen, sodass jede Strähne bis zur Kopfhaut vollständig durchfeuchtet ist. Das Fluid im Anschluss zehn Minuten einwirken lassen. Ein Wecker hilft dabei, die Einwirkzeit einzuhalten. Anschließend die toten Läuse, Larven und Nissen mit einem Nissenkamm aus den Haaren kämmen. Dabei die Zinken an der Kopfhaut ansetzen und den Kamm Strähne für Strähne herunterziehen. Die Haare zum Schluss mit warmem Wasser und normalem Shampoo ein- bis zweimal gründlich auswaschen.

Wie Kopfläuse die Behandlung austricksen können

Dass diese Kombination am Ende die Kopfläuse auch erfolgreich besiegt, verlangt von den meist jungen Patienten und den behandelnden Eltern Geduld, Konsequenz und durchaus auch Knowhow. So weist das Robert-Koch-Institut darauf hin, dass Kopflausmittel nicht zuverlässig alle Eier abtöten und in Abhängigkeit vom Mittel und dessen Anwendung Larven nach der Erstbehandlung nachschlüpfen können. „Deshalb muss innerhalb eines engen Zeitfensters unbedingt eine Wiederholungsbehandlung mit dem Kopflausmittel durchgeführt werden“, so das RKI: und zwar optimalerweise am Tag 9 oder 10 der Behandlung. Dieser enge zeitliche Rahmen ergibt sich, weil bis zum 7. bzw. 8. Tag noch Larven nachschlüpfen und ab dem 11. Tag junge Weibchen bereits neue Eier ablegen können.

Fünf Fehler bei der Behandlung von Kopfläusen

Mögliche Fehler in der Behandlung, die das Überleben nicht nur von Eiern, sondern auch von Larven oder Läusen begünstigen, können laut Robert-Koch-Institut folgende sein:

  1. zu kurze Einwirkzeiten,
  2. zu sparsames Ausbringen des Mittels,
  3. eine ungleichmäßige Verteilung des Mittels,
  4. eine zu starke Verdünnung des Mittels in triefend nassem Haar,
  5. das Unterlassen der Wiederholungsbehandlung.

So werden Kopfläuse übertragen

Kopfläuse haben sich sehr gut an die gleich bleibenden Bedingungen am menschlichen Kopf angepasst, mit einem Temperatur-Optimum um 28/29 Grad. Das ist auch der Grund, weshalb Läuse von ihrer Natur her nicht dazu neigen, den behaarten Kopf zu verlassen. „Wenn eine Übertragung erfolgt, so hauptsächlich direkt von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt durch Überwandern der Parasiten von Haar zu Haar“, heißt es beim Robert-Koch-Institut. Gelegentlich ist die Übertragung aber auch indirekt möglich über Gegenstände, die mit dem Haupthaar in Berührung kommen und die innerhalb einer kurzen Zeitspanne gemeinsam benutzt werden wie Kämme, Haarbürsten, Schals, Kopfbedeckungen oder Fahrradhelme. Aber: Läuse können nicht springen. Sie können außerhalb ihres Lieblingsbiotops oder des Wirts, dem Menschen, keine größeren Strecken zurücklegen. Kopfläuse werden auch nicht durch Haustiere übertragen.

Foto: AdobeStock/New Africa

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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