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Fünf Signale für einen drohenden Burnout

Sonntag, 10. April 2022 – Autor:
Das Stresslevel in Deutschland steigt seit vielen Jahren. Die Corona-Pandemie hat das Stressempfinden der Deutschen zusätzlich verstärkt. Wird Stress zum Dauerzustand, kann ein Burnout die Folge sein. Diese fünf Signale des Körpers können einen bevorstehenden Burnout ankündigen.
Stempel und Abdrücke  „erledigt“. Symbolbild für Burnout.

Wenn die Dauerbelastung in Beruf und/oder im Familienleben kein Ende nimmt, ist nicht nur Arbeit erledigt – die Menschen sind es irgendwann auch. – Foto: pixabay.com/therealcicero

Das Stressniveau in Deutschland nimmt kontinuierlich zu. Knapp zwei Drittel oder 64 Prozent der Deutschen fühlen sich zumindest manchmal gestresst, mehr als ein Viertel (26 Prozent) sogar häufig. Das zeigt die Ende 2021 veröffentlichte Stressstudie der Techniker Krankenkasse (TK). Im Vergleich zur ersten Studie dieses Typs von 2013 ist der Anteil der häufig Gestressten um 30 Prozent gestiegen.

Corona-Pandemie hat Stressempfinden zusätzlich verstärkt

Die Corona-Pandemie hat das Stressempfinden der Menschen in Deutschland zusätzlich verstärkt. Das ergibt sich aus einer Erhebung der TK, die im März 2021 und damit mitten im zweiten Lockdown durchgeführt wurde. Dem Satz „Mein Leben ist seit Anfang der Pandemie anstrengender oder stressiger geworden“, stimmten fast die Hälfte oder 47 Prozent der Befragten zu. Familien mit Kindern im Haushalt fühlen sich stärker gestresst (60 Prozent) als Haushalte ohne Kinder (43 Prozent). Besonders gestresst sind Erwerbstätige im Home-Office mit mindestens einem Kind (64 Prozent).

 

Die sechs stärksten Stressfaktoren in Deutschland:

  1. Beruf, Schule, und Studium ist für 47 Prozent der Befragten ein Stressgrund. Es folgen:
  2. hohe Ansprüche an sich selbst (46 Prozent),
  3. eine schwere Krankheit von jemandem, der einem nahe steht (31 Prozent),
  4. Konflikte mit nahestehenden Menschen (26 Prozent),
  5. ständige Erreichbarkeit durch Handy und soziale Medien (25 Prozent) sowie
  6. zu viel Freizeitstress (24 Prozent).

(Quelle: TK-Stressstudie Entspann dich, Deutschland!", 2021)

Dauerstress geht auf Körper und Psyche

Vor allem lange Stressphasen fordern ihren Tribut. „Neben körperlichen Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden kann Dauerstress auch auf die Psyche gehen", erklärt TK-Chef Jens Baas. „Die Bandbreite reicht bis hin zu Erschöpfung und Depressionen." Laut Studie leidet von den häufig Gestressten ein Großteil unter Erschöpfung (80 Prozent), Schlafstörungen (52 Prozent), Kopfschmerzen und Migräne (40 Prozent) oder Niedergeschlagenheit beziehungsweise Depressionen.

Psychisch bedingte Fehlzeiten: Höchster Anteil am Krankenstand

Stress hat zudem nicht nur Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit, sondern führt auf Dauer auch zu einem hohen Krankenstand in den Unternehmen. Seit Jahren steigen die psychisch bedingten Fehlzeiten, zu denen auch Erschöpfung gehört, stellt die TK für den Kreis ihrer eigenen Versicherten fest. 2020 machten sie mit 20 Prozent erneut den höchsten Anteil am Krankenstand aus.

Wie lässt sich ein Burnout rechtzeitig erkennen?

Es gibt zahlreiche Auslöser, die einen Burnout hervorrufen können: Neben ständiger Erreichbarkeit kann auch ein starker Leistungsdruck im Beruf und zusätzliche Belastung zu Hause zu einem Gefühl der Überwältigung und Überlastung führen. Hält dies über einen längeren Zeitraum an, kann das zu einem Burnout führen. Doch wie erkennt man die körperlichen Signale eines möglichen Burnouts?

„Betroffene fühlen sich meist erschöpft und können außerdem unter körperlichen Beschwerden leiden, wie beispielsweise Magen-Darm-Problemen oder Schlafstörungen", erklärt Fabian Schmidt, Spezialist für ganzheitliche Gesundheit aus Saarbrücken. Nach seinen Erkenntnissen können die folgenden fünf körperlichen Signale einen bevorstehenden Burnout ankündigen.

Signale für einen bevorstehenden Burnout

1. Einschlafprobleme

Viele Menschen leiden darunter, dass sie am Abend einfach nicht einschlafen können. Das liegt oftmals daran, dass ihr Geist immer noch mit dem beschäftigt ist, was tagsüber angefallen und was vielleicht noch zu erledigen ist. Ebenso wie der Geist kann auch der Körper nicht runterfahren. Die Leute sind permanent beschäftigt, kommen so nicht zur Ruhe und haben demnach Probleme einzuschlafen.

2. Nackenbeschwerden

In der asiatischen Medizin heißt es, dass Rücken- und Nackenschmerzen dann entstehen, wenn die Last, die jemand zu tragen hat, zu groß ist. Wenn den Menschen in ihrem Leben alles zu viel wird und der Druck zu stark ist, verspannt der Nacken. Sinnbildlich ist es dann so, als hätten sie einen zu schweren Rucksack auf.

3. Zähneknirschen

Knirscht man nachts mit den Zähnen, werden die Themen vom Vortag gewissermaßen noch einmal durchgekaut und verarbeitet. Im Prinzip ist das Zähneknirschen nicht tragisch, doch den Zähnen tut es langfristig nicht gut. Außerdem merken es viele in der Muskulatur und haben anschließend tagsüber Probleme damit.

4. Verdauungsprobleme

Bei Verdauungsproblemen spielen immer Körper und Geist eine Rolle. Wer auf körperlicher Ebene unter Verdauungsproblemen leidet, hat auch geistig etwas zu verdauen. Ein Problem, das immer wieder aufgewühlt wird und einfach nicht herausgelassen oder losgelassen werden kann. Unter Verdauungsproblemen leiden oftmals Personen, die nicht vergeben und verzeihen und deshalb nicht loslassen können.

5. Abnehmende Sehstärke

Wird die Sehkraft unverhältnismäßig schnell schlechter, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr in der Lage ist, sich zu fokussieren. Das hat dann nichts mit Alterserscheinungen zu tun, sondern entsteht, weil im Leben alles zu viel und zu diffus wird. Menschen, denen das passiert, verlieren den Fokus und können sich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren und deshalb werden ihre Augen schlechter.

Hauptkategorie: Medizin
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