Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
14.09.2021

Führende Wissenschaftler gegen dritte Corona-Impfung für alle

Ein internationales Team von Wissenschaftlern spricht sich gegen eine generelle Auffrischungsimpfung aus. Die Corona-Impfstoffe schützten ausreichend vor schwerer Covid-Erkrankung, heißt es in dem Lancet-Bericht, an dem auch die Who beteiligt war. Dagegen seien unerwünschte Nebenwirkungen zu befürchten.
Lancet-Bericht: Internationale Wissenschaftler sehen keine Notwendigkeit für eine Booster-Impfung

Lancet-Bericht: Internationale Wissenschaftler sehen keine Notwendigkeit für eine Booster-Impfung

Derzeit gibt es keine Evidenz, dass eine dritte Corona-Impfung – ein sogenannter „Booster“ - für die Allgemeinbevölkerung anzeigt ist. Zu diesem Ergebnis ist ein internationales Team von Wissenschaftlern gekommen, nachdem es die aktuelle Studienlage analysiert hat. Der Bericht ist am Montag im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen. Auch Experten der Weltgesundheitsorganisation waren daran beteiligt.

Dritte Impfung könnte mehr schaden als nutzen

Den Autoren zufolge bietet die Impfung ausreichenden Schutz vor schwerer Covid-Erkrankung, selbst bei der hoch ansteckenden Delta-Variante. Eine dritte Impfung sei darum nicht nötig. Als weiteres Argument gegen eine dritte Impfung führen die Wissenschaftler das Risiko von Nebenwirkungen an. Es könnte riskant sein, Menschen zu schnell und zu häufig zu impfen, insbesondere mit Impfstoffen die immunvermittelte Nebenwirkungen auslösen können. Dazu gehören etwa die Myokarditis, die vorwiegend nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff auftritt oder das Guillain-Barre-Syndrome nach Vektor-Impfstoff.

Das gute Risiko-Nutzen-Verhältnis könnte demnach sogar kippen und dem Ansehen der Impfung schaden. Eine weit verbreitete Auffrischungsimpfung sollte nur dann erfolgen, wenn es eine klare Evidenz gebe, dass dies angemessen sei, heißt es.

Die Impfstoffe sollten vielmehr ungeimpften Menschen zur Verfügung gestellt werden, raten die Experten. Dadurch könnten wesentlich mehr Menschenleben gerettet werden.

 

Booster nur bei geschwächtem Immunsystem sinnvoll

Nützlich könnte die Booster-Impfung indes für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sein, schreiben die Wissenschaftler weiter. Allerdings bezweifeln sie, ob Personen, die auf die ersten beiden Impfungen schon nicht angesprochen haben, nach der dritten Impfung einen Immunschutz aufbauen. Diskutiert wird, ob für den Booster ein anderer Impfstoff verwendet werden sollte, doch auch hierzu fehlt bislang noch die Evidenz.

Foto: © Adobe Stock/ wachiwit

Autor: ham
Hauptkategorien: Corona , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Corona-Impfung

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Das Getreide-Eiweiß Gluten verursacht bei Personen mit entsprechender Veranlagung chronische Magen-Darm-Probleme. Ein Medikament gegen die als „Zöliakie" bezeichnete Krankheit gibt es bisher nicht. Einzige Therapie: der völlige Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel – und zwar lebenslang. Beim Einkaufen muss man aufpassen – und immer das Kleingedruckte lesen.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin