Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Frühreife kommen früher in die Wechseljahre

Freitag, 27. Januar 2017 – Autor:
Wenn Mädchen unter elf Jahren ihre erste Monatsblutung bekommen, kommen sie meist auch früher in die Wechseljahre. Das fanden Forscher in einer Studie mit mehr als 50.000 Frauen heraus.
Studie: Alter der ersten Monatsblutung entscheidend für den Beginn der Wechseljahre

Studie: Alter der ersten Monatsblutung entscheidend für den Beginn der Wechseljahre – Foto: olvius - Fotolia

Manche Mädchen sind noch nicht einmal elf Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal ihre Monatsblutung bekommen. Dass viele von ihnen auch früher in die Wechseljahre kommen, haben nun australische Forscher herausgefunden. Danach steigt ihr Risiko für den Beginn der Wechseljahre vor dem 44. Lebensjahr um 80 Prozent. Waren die Mädchen dagegen bei ihrer ersten Monatsblutung bereits elf Jahre sank das Risiko auf knapp zwölf Prozent. Von den Frauen, die bei ihrer ersten Monatsblutung 13 Jahre alt waren, kamen nur neun Prozent früh in die Wechseljahre, davon waren 1,8 Prozent jünger als 40.

Kinderlose kommen auch früher in die Wechseljahre

In der retrospektiven Studie wurden Daten von rund 51.450 postmenopausalen Frauen aus verschiedenen Ländern ausgewertet, darunter Skandinavien, Großbritannien, Australien und Japan. Doch nicht nur die frühe Pubertät ist ausschlaggebend für die frühen Wechseljahre. Auch Kinderlosigkeit begünstigt das. So haben Frauen, die nie ein Kind geboren haben, ein doppelt so hohes Risiko schon mit Anfang/Mitte 40 in die Wechseljahre zu kommen, als Mütter von Kindern. Die Studie ist soeben im Fachjournal «Human Reproduction» erschienen.

 

Risiko für chronische Krankheiten steigt

Laut dem Forscherteam Professor Dr. Gita Mishra von der Universität Queensland in Australien sind diese Informationen deshalb wichtig, weil die Menopause diverse Erkrankungen wie Osteoporose oder kardiovaskuläre Probleme begünstigt. „Wir wissen, dass frühreife Frauen und solche die früh in die Wechseljahre kommen, ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten haben und dass ihre Lebenserwartung sinkt“, sagt Mishra. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass diese Frauen verstärkt überwacht werden sollten.“

Das durchschnittliche Eintrittsalter in die Wechseljahre lag in der Studie bei 51 Jahren, wobei der Normbereich zwischen 48 und 53 Jahren lag. Der Beginn der Wechseljahre wird  als der Zeitpunkt definiert, an dem die letzte Menstruationsblutung stattgefunden hat.

Foto: © olvius - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Wechseljahre
 

Weitere Nachrichten zum Thema Wechseljahre

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin