. UV-Strahlung

Frühlingssonne nicht unterschätzen

Die Sonne gewinnt erfreulich spürbar an Kraft, aber die Haut ist noch blass vom Winter: Der Schutz vor UV-Strahlung ist deshalb keinesfalls nur eine Angelegenheit der Sommermonate – er beginnt im April. Auch wenn es sich nicht so anfühlt: Schon jetzt ist die Sonne ähnlich intensiv wie im August.
Sonne strahlt weiß am blauen Himmel

Hautschutz ist schon im Frühjahr nötig: Obwohl sich das Wetter im April noch frisch anfühlt, steigt die Intensität der UV-Strahlung spürbar an. 10 Prozent ihrer jährlichen UV-Strahlen-Menge gibt die Sonne im laufenden Monat ab.

Es hat etwas vom Paradies: nach den dunklen Wintermonaten endlich wieder draußen leben. Wieder öfter das Rad nehmen auf dem Weg zur Arbeit, joggen gehen im Wald, auf der Picknickdecke im Park liegen, auf dem Balkon zu Hause oder im Straßencafé die Nase in die Sonne strecken. Auch wenn die Nächte und manche Tage sich noch frisch anfühlen und das Grün in der Natur sich erst noch entfalten muss: Die Sonne hat ganz schön Power – und es gilt, sie nicht zu unterschätzen. „Die milden Temperaturen können schnell über die Intensität der potenziell hautkrebserregenden UV-Strahlung hinwegtäuschen“, warnt die Deutsche Krebshilfe. „Diese ist oft bereits im April so stark wie im August.“ Die Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) raten daher zu einem bedachten Umgang mit der Frühlingssonne: „Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die sonnenreiche Jahreszeit, schützen Sie sich vor intensiver UV-Strahlung und vermeiden Sie Sonnenbrände", sagt der Vorstandvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven.

Sonne im Frühling: Schon 30 Prozent der jährliche UV-Dosis

„Ein wirksamer Sonnenschutz der Haut sollte bereits im Frühjahr beginnen, denn die UV-Strahlung der Sonne hat nichts mit Hitze zu tun“, warnen auch die Experten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Je früher man mit dem Schutz beginnt, desto besser. Das gilt insbesondere für Kinder, deren Haut noch empfindlicher ist.“ In den Frühlingsmonaten bekommt der menschliche Körper laut DGUV bereits 30 Prozent der Jahresdosis an UV-Strahlung ab. Obwohl sich das Wetter im April noch frisch anfühlt und die Natur erst ergrünt, steigt die Intensität der UV-Strahlung spürbar an. 10 Prozent ihrer jährlichen UV-Strahlen-Menge gibt die Sonne im laufenden Monat ab – fast doppelt so viel wie noch im März.

 

Frühjahrssonne: So schützt man sich am besten

  • Die pralle Sonne meiden.
  • Den Schatten suchen, vor allem in der Mittagszeit.
  • Körper durch Kleidung und Kopfbedeckung vor UV-Strahlung schützen.
  • Augen durch geeignete Sonnenbrille schützen (Mindeststandard: UV-400).
  • Sonnenschutzcremes sind kein Freibrief für UV-Exposition, sondern zum Schutz der Hautareale, die man nicht bedecken kann.
  • Für Kinder gelten diese Regeln ganz besonders. Langzeituntersuchungen aus Australien zeigen, dass das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter deutlich geringer ist, wenn man als Kind bereits im Vorschulalter zu sonnensicherem Verhalten motiviert wurde.

(Quelle: DGUV, Deutsche Krebshilfe, ADP)

Sonnenlicht ist gesund – aber nur in Maßen

Zunächst einmal ist Sonnenlicht gesund: Es steigert die Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen und fördert das Wohlbefinden. Es ist wichtig für die Bildung von Vitamin D, regt Atmung, Durchblutung, Kreislauf und Stoffwechsel an. Und es ist gut gegen die Melancholie der Wintermonate, weil es die Bildung des Glückshormons Serotonin unterstützt. „Wovon wir zunächst allerdings nichts spüren, ist die ultraviolette Strahlung, die ebenfalls in jedem Sonnenstrahl steckt", sagt Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP. „UV-Strahlung verändert das Erbgut der Hautzellen und kann zu bleibenden Zellschäden führen. Dies geschieht sofort, bereits lange bevor uns ein Sonnenbrand schmerzhaft aus der Sonne drängt."

Fast 300.000 Hautkrebs-Neuerkrankungen pro Jahr

In der Regel behebt der körpereigene Reparaturmechanismus die aufgetretenen UV-Schäden. Ist die Haut allerdings durch intensive Sonnenbestrahlung überlastet, bleiben geschädigte Zellen im Körper zurück, aus denen sich im Laufe des Lebens Hautkrebs entwickeln kann. Hautkrebs zählt nach Angaben der Deutschen Krebshilfe zu den häufigsten Krebserkrankungen. Er kann in zwei Varianten auftreten: als malignes Melanom („schwarzer Hautkrebs“) sowie als Basalzell- und Plattenepithelkarzinom („weißer Hautkrebs“). Über 293.000 Menschen erkranken derzeit jährlich neu an einem dieser Tumore, mehr als 35.000 davon am malignen Melanom. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom können Melanome und Plattenepithelkarzinome, in Abhängigkeit von ihrer Tumordicke, metastasieren. Wegen der Schnelle der Metastasierung ist das maligne Melanom ganz besonders gefährlich. Ungefähr 3.800 Menschen sterben jedes Jahr an Hautkrebs.

Foto: obs/Deutsche Krebshilfe