. Organismus stellt sich um

Frühjahrsmüdigkeit ist keine Einbildung

Frühjahrsmüdigkeit ist der Preis für das Ende des Winters. Was im Körper dabei passiert und was wir dagegen tun können, erklärt ein Medizin-Experte.
Frühjahrsmüdigkeit lässt sich erklären. Licht und Bewegung halten das lästige Phänomen in Schach

Frühjahrsmüdigkeit lässt sich erklären. Licht und Bewegung halten das lästige Phänomen in Schach

Jetzt schlägt sie wieder zu: die Frühjahrsmüdigkeit. Während die Natur erwacht, kommt bei vielen das große Gähnen. Sie fühlen sich müde, schlapp, antriebslos und manchmal sogar depressiv. Einbildung ist das alles nicht. Vielmehr wirkt sich der Temperaturwechsel im Frühjahr tatsächlich auf den menschlichen Organismus aus. Der Körper weitet seine Blutgefäße und der Blutdruck fällt ab. Diese körperliche Reaktion verursacht Müdigkeit, erklärt Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit das weitverbreitete Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit. Menschen, die ohnehin einen niedrigen Blutdruck haben sind daher öfter betroffen. Auch ältere Menschen leiden dem Experten zufolge häufiger an Frühjahrsmüdigkeit. Genauso wetterfühlige Menschen.

Vom Winter ist noch viel Schlafhormon Melatonin im Körper

Und noch etwas anderes kommt hinzu: Während der dunklen Wintermonate produziert der Körper mehr Melatonin. Das Schlafhormon macht müde und liegt im Frühjahr in großer Konzentration im Körper vor. „Es ist genau diese hohe Melatonin-Zufuhr, die uns müde macht“, meint Dankhoff.

Menschen, die im Winter viel draußen sind, leiden demzufolge seltener an Frühjahrsmüdigkeit. Denn natürliches Licht fördert das Glückshormon Serotonin – quasi ein Gegenspieler des Melatonins. Daher: So oft wie möglich raus in die Sonne. Selbst an wolkigen Tagen ist Tageslicht allemal besser als in der Stube zu hocken. „Versuchen Sie, so viel Sonnenlicht wie möglich zu erwischen, denn so sichern Sie sich Glückshormone. Stimmt wirklich: Sonnenlicht begünstigt die Bildung von Serotonin – ein Neurotransmitter-Hormon, das die Stimmung hebt“, so der Experte. In einigen Obstsorten ist sogar der Stimmungsmacher Serotonin in Spuren enthalten. Zum Beispiel in Bananen, Äpfeln, Ananas und Weintrauben. Darüber hinaus gilt vitaminreiche Kost ohnehin als Energiequelle.

Licht, Sport und Wechselduschen

Auch Sport und Bewegung helfen besonders gut gegen Frühjahrsmüdigkeit. Am besten schon im Winter damit beginnen, denn das beugt vor. „Je fitter die Person ist, desto weniger schwer sind die Auswirkungen der Frühjahrsmüdigkeit“, weiß DAK-Mediziner Dankhoff. Sein spezieller Tipp zum morgendlichen Aufstehen: „Schwingen Sie die Beine aus dem Bett, dann recken und strecken Sie sich ausgiebig. Konzentrieren Sie sich einen Moment nur auf Ihren Körper und stellen Sie sich schon einmal vor, wie Sie energiegeladen das vor Ihnen liegende Tagesprogramm absolvieren.“ Ansonsten gelte: viel hilft viel. Ob Radfahren, Schwimmen oder Fitness-Studie – Hauptsache in Bewegung bleiben. Und mit Wechselduschen und Sauna bringt man ebenfalls den Kreislauf auf Trab. Ein gesunder Schlaf gehört natürlich genauso zur persönlcihen Fitness. Gerade während der Zeitumstellung haben viele Menschen damit Probleme.

Ein weiterer Expertentipp: Morgens noch vor dem ersten Kaffee ein Glas Mineralwasser mit einem Schuss Zitrone trinken. Das soll ein richtiger Energiekick sein. Die Zitrone liefert wertvolles Vitamin C und das Wasser wirkt auf nüchternem Magen äußerst aktivierend. Wer‘s nicht glaubt, sollte es einfach mal ausprobieren.

Foto: © ArtFamily - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Prävention und Reha

Weitere Nachrichten zum Thema Müdigkeit

| Wenn die Natur erwacht und wir uns eigentlich auf höhere Temperaturen und mehr Sonne freuen, fühlen sich viele Menschen besonders schlapp und müde. Grund ist die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit. Eine gute Gegenmaßnahme ist ausreichend Licht zur richtigen Zeit.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.