. Gedächtnisstörungen

Früherkennung von Alzheimer

Berliner und Bonner Wissenschaftler konnten erstmals nachweisen, dass schon bei nur subjektiv empfundenen Gedächtnisverschlechterungen Veränderungen in einer bestimmten Gehirnstruktur sichtbar sein können. Die Studie stützt die Annahme, dass eine "gefühlte" Gedächtnisstörung die erste Manifestation einer Alzheimer-Erkrankung sein kann.
Früherkennung von Alzheimer

Erste Anzeichen für Alzheimer (Foto: Charite)

Im Rahmen einer jetzt veröffentlichten Studie machten die beiden Charité-Wissenschaftler PD Susanne Erk und Prof. Henrik Walter zusammen mit Kollegen des Universitätsklinikums Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn eine neue Entdeckung: Mittels funktioneller Kernspintomographie konnten sie Hirnfunktionsstörungen bei Personen feststellen, die lediglich eine subjektive Verschlechterung des Gedächtnisses spüren, ohne dass Minderleistungen in objektiven Verhaltensuntersuchungen wie Gedächtnistests nachweisbar wären. Dabei handelte es sich um funktionelle Störung im Bereich des Hippokampus - jene Hirnstruktur, die unter anderem für die Gedächtnisbildung zuständig und die bei der Alzheimer-Erkrankung zuerst betroffen ist.

Subjektive Gedächtnisstörungen

Im Experiment zeigten Personen mit subjektiven Gedächtnisstörungen eine verminderte Aktivierung des Hippokampus während einer Gedächtnisaufgabe. Gleichzeitig kam es zu einer vermehrten Aktivierung des rechten Frontalhirns. "Diese frontale Mehraktivierung hat vermutlich kompensatorischen Charakter", so Prof. Walter, Leiter des Forschungsbereich Mind and Brain an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité. "Sie gleicht das hippokampale Defizit aus, was erklären kann, warum in den Gedächtnistests dieser Gruppe die Leistung nicht schlechter war als in einer altersgleichen Kontrollgruppe ohne subjektive Gedächtnisstörungen".

Demenz-Prävention

Alzheimer ist die häufigste Ursache der Demenz. Der Schlüssel zur Demenz-Prävention liegt in einer möglichst frühen Diagnose. Die Forscher haben nun einen wichtigen Schritt auf diesem Weg getan. Aufgrund der Ergebnisse könnte bei Verdacht auf Alzheimer die bislang klinische Frühdiagnostik bald durch nichtinvasive objektive Hirnuntersuchungen unterstützt werden.

Eines stellten die Wissenschaftler aber klar: Nicht jede Person mit subjektiven Gedächtnisstörungen entwickelt eine Alzheimer-Erkrankung, aber fast jeder Patient mit Alzheimer entwickelt zunächst subjektive Gedächtnisstörungen. Bislang liessen sich diese aber nicht objektivieren. 

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