Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.05.2017

Frühe Hitzewallungen weisen auf Herz-Risiko

Hitzewallungen sind ein typisches Symptom der Wechseljahre. Eine neue Studie zeigt, dass sie bei jüngeren Frauen auf ein erhöhtes Herz-Risiko hinweisen könnten.
Hitzewallung

Hitzewallungen sind ein typisches Symptom der Wechseljahre

Die Hitzewallungen bei jüngeren Frauen waren assoziiert mit einer Verschlechterung der Gefäßfunktion. Die ist eine der Haupt-Indikatoren einer beginnenden Atherosklerose, so Studien-Autorin Dr. Rebecca C. Thurston von der University of Pittsburgh School of Medicine. Die Atherosklerose könne in der Folge zu einer kardiovaskulären Erkrankung führen.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Menopause veröffentlicht. An der Studie nahmen 272 Frauen teil, die nicht rauchten, sie waren zwischen 40 und 60 Jahren alt und litten nicht an Herzerkrankungen. Die letzte Regelblutung lag bei ihnen 2 bis 12 Monate (perimenopausal) oder mehr als 12 Monate (postmenopausal) zurück.

Verschlechterung der Endothelfunktion

Die Hälfte der Probandinnen hatte täglich Hitzewallungen, die andere Hälfte hatte keine. Die Frauen dokumentierten die Häufigkeit der Flushes in einem elektronischen Tagebuch, sie wurden auch mit einem Monitor erfasst.

Getestet wurde bei ihnen der Einfluss der festgestellten Hitzewallungen auf die Endothelzellen, die die Blutgefäße innen auskleiden und unter anderen den Blutdruck und die Fließfähigkeit des Blutes regulieren. Hitzewallungen beeinträchtigten die Endothelfunktion. Dieser Effekt trat deutlich bei den jüngeren Frauen in der Altersgruppe von 40 bis 53 Jahren auf. Bei den Frauen gleichen Alters ohne Flushes trat er nicht auf.

 

Frühe Hitzewallungen weisen auf Herz-Risiko

Auch bei den älteren Frauen (Alter 54-60 Jahre) hatte Häufigkeit und Stärke der Wallungen keinen Einfluss. Bei den jüngeren Frauen trat der Effekt desto stärker auf, desto häufiger sie Wallungen hatten. Die Endothelfunktion wurde über die so genannte flussabhängige Dilatation der Oberarmarterie (FAD) gemesen.

Fazit der Forscher: Früh auftretende Hitzewallungen weisen auf ein vergrößertes Risiko für eine spätere Herz-Krankheit hin – auch unabhängig vom Hormonspiegel und etwaigen anderen Risikofaktoren. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die führende Todesursache bei Frauen.

70 Prozent der Frauen betroffen

Hitzewallungen werden von 70 Prozent der Frauen berichtet, wobei etwa ein Drittel davon sie als häufig oder schwerwiegend beschreibt. Neuere Daten zeigen, dass Hitzewallungen oft früher beginnen als bisher angenommen, möglicherweise noch während der späten Phase der Fruchtbarkeit -  und für ein Jahrzehnt oder länger bestehen bleiben können, so die Forscher.

Bei den Hitzewallungen breitet sich eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper aus. Darauf folgt ein Schweißausbruch. Das Gesicht kann sich röten, der Herzschlag sich beschleunigen. Üblicherweise dauert dieser Anfall eine halbe bis mehrere Minuten. Er kann nur einige Male pro Woche, aber auch sehr viel häufiger auftreten. Bei den meisten Frauen halten die Hitzewallungen nur ein bis zwei Jahre an. Zusätzlich kann es in den Wechseljahren zu nächtlichen Schweißausbrüchen kommen, die den Schlaf stören. Bei hartnäckigen Symptomen ist als Behandlung beispielsweise eine Hormonersatztherapie möglich. Derzeit wird auch ein neuer Wirkstoff speziell gegen Hitzewallungen in klinischen Studien getestet.

Foto: britta60/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Wechseljahre
 

Weitere Nachrichten zum Thema Wechseljahre

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alzheimer gehört neben Krebs zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Wie sich das Risiko für den Gedächtnisschwund senken lässt, zeigt ein neuer kostenloser Online-Kurs der Alzheimer Forschung Initiative.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin