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03.03.2017

Frühchen: MRT lässt Rückschlüsse auf Entwicklung zu

Ein MRT kann bei Frühgeborenen Hinweise geben, ob und in welchem Maß es später zu geistigen oder motorischen Entwicklungsstörungen kommen kann. Dies hat eine aktuelle Studie nun bestätigt.
Gehirnscan für Frühchen

Immer mehr Frühchen überleben dank moderner Techniken

Immer mehr Frühchen, also Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, überleben. Manche Kliniken versuchen sogar, Kinder, die in der 22. Woche geboren werden, zu retten. Doch je jünger das Frühchen ist, desto höher ist das Risiko für körperliche oder geistige Behinderungen. Um langfristige Schäden zu verhindern, ist es wichtig, einen eventuellen Gehirnschaden schnell zu erkennen und zu behandeln. Doch diesen festzustellen, ist gar nicht so einfach. So ist eine Ultraschalluntersuchung für das Baby zwar harmlos und schnell durchzuführen, doch damit können nicht alle Schädigungen nachgewiesen werden. Sinnvoller kann eine Untersuchung durch Magnetresonanztomografie (MRT) sein. Mittlerweile existieren Techniken, mit denen auch Babys im MRT gescannt werden können.

Gehirnscan zeigt Risiko für Entwicklungsstörungen an

Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass ein MRT das beste Untersuchungsverfahren ist, um Gehirnschäden bei Frühchen zu diagnostizieren. In einer neuen Analyse wurde dies nun bestätigt. Für die Studie untersuchten kanadische Forscher über einen Zeitraum von sieben Jahren insgesamt 58 Frühchen, die im British Columbia's Women Hospital mit Verletzungen in der weißen Gehirnsubstanz zur Welt kamen. Mittels MRT konnten sie zeigen, ob das Gehirn der Frühgeborenen beschädigt war und ob es Hinweise of spätere geistige oder motorische Störungen gab.

 

Lage der Schädigungen ausschlaggebend

Wie sich zeigte, konnte die Position der Schädigungen im Gehirn Auskunft über Art und Ausmaß möglicher Entwicklungsstörungen geben. So stieg das Risiko für geistige Entwicklungsrückstände um einen Faktor von 79 an, wenn die Schäden hauptsächlich im Stirnlappen des Gehirns lagen. Das Risiko für Bewegungsstörungen vergrößerte sich dabei um das 64-Fache, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN). Ihre Ergebnisse stellten die Studienautoren kürzlich im Fachmagazin Neurology vor.

„Ein Hirn-Scan, der Lage und Ausmaß der Schäden zeigt, kann Auskunft darüber geben, wie groß das Risiko auf eine spätere Entwicklungsstörung ist“, erklärt Professor Stefan Knecht, Mediensprecher der DGKN. Das MRT eigne sich hervorragend, um die Gehirne von Frühgeborenen auf Schäden zu untersuchen. Die Magnetwellen, die dabei zum Einsatz kommen, sind für die Neugeborenen harmlos, Strahlung wird nicht freigesetzt.

Foto: © Martin Valigursky - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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