Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.05.2017

Frauen mit Haarausfall profitieren offenbar von Minoxidil

Der Wirkstoff Minoxidil scheint das Haarwachstum auch bei Frauen anzuregen. Darauf deutet die aktuelle Studienlage hin.
Frau mit erblich bedingtem Haarausfall: Minoxidil regt tatsächlich das Haarwachstum an

Frau mit erblich bedingtem Haarausfall: Minoxidil regt tatsächlich das Haarwachstum an

Haarausfall bei Frauen ist meist erblich bedingt. Mediziner sprechen von androgenetischer Alopezie. Zwar bekommen Frauen im Gegensatz zu Männern keinen komplett kahlen Kopf, doch das Haar dünnt merklich aus, insbesondere nach den Wechseljahren. Viele empfinden das als Schönheitsmakel und wünschen sich ihre alte Haarpracht zurück. Ärzte verschreiben dann häufig Minoxidil. Der Wirkstoff wurde in zahlreichen Studien untersucht und liegt etwa Produkten wie Regaine zugrunde.

Studienlage zu Minoxidil spricht für das Haarwuchsmittel

Ein Cochrane-Review hat nun 47 solcher Studien unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass Minoxidil auf jeden Fall besser ist als ein Placebo. In acht Studien gab es einen bedeutenden Anstieg der Gesamthaarzahl pro cm² im Vergleich zur Placebo-Gruppe. In weiteren 13 Studien war der Anteil der Frauen, die zumindest moderaten Haarnachwuchs durch Minoxidil aufwiesen, doppelt so hoch wie in der Placebo-Gruppe. Die beschrieben die Nebenwirkungen waren in den Studien offenbar ähnlich und insgesamt moderat. Berichtet wurde über Juckreiz, Hautreizungen, Dermatitis (Hautentzündung) und zusätzlichem Haarwachstum an anderen Stellen als der Kopfhaut. Jedoch sollten schwangere oder stillende Frauen Minoxidil nicht verwenden.

 

Finasterid floppt

Die Ergebnisse des Corachrane-Review sind interessant, da viele Mittel Frauen neuen Haarwuchs versprechen, aber dies meist nicht halten können. Auch Finasterid nicht, das nur für Männer zur Behandlung von Haarausfall sowie vergrößerter Prostata zugelassen ist. Laut Cochrane-Review schnitt Finasterid in den untersuchten Studien nicht besser ab als Placebo.

Minoxidil gibt es als 2-prozentige und 5-prozentige Lösung zum Auftragen auf die Kopfhaut. Vier Studien verglichen die beiden Darreichungsformen, aber keine der Studien zeigte einen Nutzen der höheren Konzentration gegenüber der niedrigeren Konzentration. Heißt übersetzt: 2 Prozent tun es auch.

Wie lange Minoxidil nach dem Absetzen wirksam ist, das untersuchte bisher keine Studie. Derzeit gilt es als allgemein anerkannt, dass es schon bald nach Ende der Behandlung zu erneutem Haarausfall kommt.

Foto:  © agenturfotografin - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Haarausfall

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.


Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin