Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
02.01.2020

Fortgeschrittenes Melanom: Aktualisierte Leitlinie empfiehlt Immuntherapie

Die S3-Leitlinie Melanom wurde aktualisiert. Patienten im fortgeschrittenen Stadium wird nun eine Immuntherapie empfohlen, im Stadium III alternativ eine zielgerichtete Therapie. Beide Therapieoptionen können das Fortschreiten des schwarzen Hautkrebses aufhalten.
Nach der neuen S3 Leitlinie wird Patienten mit fortgeschrittenem Melanom eine Immuntherapie mit einem anti-PD1-Antikörper empfohlen

Nach der neuen S3 Leitlinie wird Patienten mit fortgeschrittenem Melanom eine Immuntherapie mit einem anti-PD1-Antikörper empfohlen

In der Therapie des schwarzen Hautkrebses hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Darum wurde nun die S3-Leitlinie Melanom von 2018 aktualisiert. Die Änderungen betreffen Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, also den Stadien III und IV. In diesen Stadien liegen entweder Metastasen in Lymphknoten und der Haut (Stadium III) und mit Fernmetastasen (Stadium IV) vor. Auch wenn die Metastasen operativ entfernt werden konnten, haben die Patienten ein hohes Rückfallrisiko.

Immuntherapie im Stadium III und IV

Sind aktuell keine Metastasen mehr nachweisbar, wird Patienten im Stadium III nun eine adjuvante Therapie mit einem anti-PD1-Antikörper (Immuntherapie) oder mit zielgerichteter Therapie (BRAF- oder MEK-Inhibitor) empfohlen. „Es zeigte sich, dass diese Therapie das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten kann“, erläutert Leitlinienkoordinator Prof. Thomas Eigentler, Haukrebsexperte von der Universitäts-Hautklinik Tübingen. Patienten im Stadium IV wird ein anti-PD1-Antikörper empfohlen.

Ziel einer Leitlinie ist es, den behandelnden Ärzten evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge zu geben. Die S3 Leitlinie Melanom wurde unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie aktualisiert.

 

Operation bringt in den meisten Fällen Heilung

Ein Melanom der Haut kann in den meisten Fällen durch eine Operation geheilt werden. Da der schwarze Hautkrebs jedoch schnell streut, ist ein schnelles Eingreifen nötig. Wird zu spät operiert, haben sich Metastasen unter Umständen schon im gesamten Körper ausgebreitet. Früher bekamen die Patienten dann eine Chemotherapie bei äußerst geringen Überlebenschancen. Seit Einführung der Immuntherapie und gezielten Therapien mit BRAF- und MEK-Inhibitoren haben die Patienten im  fortgeschrittenen Stadium eine sehr viel bessere Prognose.

Das maligne Melanom der Haut zählt zu den fünf häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Im Jahr 2014 erkrankten etwa 21.200 Personen am schwarzen Hautkrebs, davon verstarben im selben Jahr etwa 3.000 Patienten.

Foto: Deutsche Krebsgesellschaft

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schwarzer Hautkrebs , Immuntherapie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Melanom

12.01.2016

Die Medikamente Dabrafenib („Tafinlar“) und Trametinib („Mekinist“) sind für Erwachsene mit malignem Melanom zugelassen. Sie dürfen seit Ende 2015 auch kombiniert werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüfte, ob die Kombi den Patienten nützt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Viele Eltern meinen es gut, wenn sie vor ihren Kindern über eine Demenz bei deren Großeltern nicht sprechen. Sie wollen sie nicht belasten. So schwer es für Kinder ist, diese Erkrankung zu verstehen – so sehr spüren sie, dass etwas nicht stimmt. Experten raten deshalb zu einer kindgerechten Offenheit.


Bewusst einmal etwas ganz anderes tun als im beruflichen Alltag, Dinge selber machen, mit den Händen arbeiten – selbstbestimmt, kreativ, meditativ: Heimwerken kann sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken und sogar eine therapeutische Wirkung entfalten. Gut für Menschen, die sich gesund halten wollen, auf einen Therapieplatz warten – oder eine laufende Therapie unterstützen möchten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin