. Altern

Forschungsverbund „Gesundes Altern“ gestartet

Wie können wir länger gesund leben? Dieser Frage widmen sich ab sofort 22 Leibniz-Institute. Der Forschungsverbund „Gesundes Altern“ will in den kommenden fünf Jahren biologische, aber auch gesellschaftliche Grundlagen entschlüsseln und Strategien für gesundes Altern entwickeln.
Forschungsverbund „Gesundes Altern“ gestartet

Gesund alt werden: Leibniz Forscher wollen neue Grundlagen dafür schaffen

Das Alter ist in den Blick der Forschung geraten oder besser gesagt: das Gesunde Altern. Schließlich geht es nicht nur darum, irgendwie alt zu werden, sondern bei möglichst hoher Lebensqualität alt zu werden. Auch wenn immer mehr Menschen sich bis ins hohe Alter eine gute Gesundheit bewahren, die letzten Lebensjahre sind sehr häufig mit chronischen Erkrankungen wie kardiovaskuläre Leiden, Krebs, Demenz oder Arteriosklerose erkauft. Meist addieren sich mehrere Erkrankungen zusammen, Ärzte sprechen von Multimorbidität.

Effektive und praktikable Ansätzen für ein möglichst gesundes Leben im Alter gesucht

Jetzt haben 22 Leibniz-Institute den interdisziplinären Forschungsverbund „Gesundes Altern“ gegründet. Der Forschungsverbund widmet sich zwei Schwerpunkten: Einmal wollen die Wissenschaftler die biologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Alterns erforschen, zum anderen wollen sie Interventions- und Anpassungsstrategien entwickeln und bewerten. Das vordringliche Ziel der Altersforschung sei nicht die weitere Erhöhung der Lebenserwartung an sich, sondern die Verlängerung der Lebenszeit in Gesundheit, teilt der Forschungsverbund mit.  

„Die Entwicklung und Erprobung von neuen Therapie- und Präventionsansätzen in der Alterungsmedizin erfordert vor allem Kenntnis der biologischen Ursachen der Alterung“, sagt der Sprecher des Leibniz‐Forschungsverbundes „Gesundes Altern“ Prof. Dr. Jean Krutmann, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung aus Düsseldorf.

Und sein Kollege Prof. Dr. K. Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut, Jena ergänzt: „Komponenten dieser molekularen/biologischen Ursachen können selbst Ziele für neue Therapieansätze sein. Sie können gleichzeitig als Marker zur Beurteilung der Wirksamkeit von präventiven Ansätzen im Bereich Lebensführung und Ernährung verwendet werden.“

 

Alternsforschung ist mehr als Biomedizin

Der Forschungsverbund will seine Alternsforschung aber nicht auf rein biologische und medizinische Aspekte beschränken. Denn Alterungsprozesse stehen auch in Wechselbeziehung mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Mit Blick auf den gesundheitlichen Zustand im Alter und die Lebenserwartung von Menschen spielen deren sozio-ökonomische Lage und die sie umgebenden Umwelt-, Wohn- und Lebensbedingungen eine zentrale Rolle“, so Krutmann. Altersforschung könne daher nicht auf den Bereich der Biomedizin beschränkt sein, sondern erfordere die Zusammenarbeit verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen.

Deshalb hat sich im Forschungsverbund ein ganzer Blumenstrauß an Instituten zusammengetan. Sie reichen vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung über das Leibniz Institut für Altersforschung bis hin zum Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie und Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung. Der Forschungsverbund „Gesundes Altern“ ist auf fünf Jahre angelegt. Anfang November hat er seine Arbeit aufgenommen und steht nach eigenen Angaben auch für weitere Forschungseinrichtungen offen.

Foto: © drubig-photo - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografie , Alter , Altersgerechtes Wohnen , Demografischer Wandel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alter

| Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Patienten mit Schlaganfällen unbekannter Ursache und ungeklärtem Auftreten plötzlicher Bewusstlosigkeit (Synkopen) können ein mobiles EKG-Monitoring und telemedizinische Kontrolle schnell und effizient Herzrhythmusstörungen entdecken. Dadurch wird ein schnelles Eingreifen ermöglicht.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.