. 50 Millionen Euro-Topf

Forschungsministerin Wanka stellt Aktionsplan Versorgungsforschung vor

Versorgungsforschung ausbauen und dadurch die Gesundheitsversorgung verbessern – das ist das Ziel des Aktionsplanes Versorgungsforschung, den Bundesforschungsministerin Johanna Wanka kürzlich vorgestellt hat.

Theorie schön und gut - aber aas kommt in der Praxis wirklich an?

Wie können Menschen mit Demenz zu Hause besser versorgt werden? Warum werden in Deutschland mehr Operationen an Hüften und Knien durchgeführt als in anderen europäischen Ländern? Was von dem, was der Arzt erklärt, verstehen die Patienten wirklich? „Die Versorgungsforschung nimmt, wie kaum ein anderer Forschungsbereich, den medizinischen Alltag in den Blick“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Damit liefere die noch junge Disziplin unmittelbare Anhaltspunkte für Verbesserungen, die den Patienten zugute kommen. „Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung weiter zu verbessern, deshalb stärken wir die Versorgungsforschung durch einen Aktionsplan", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung des Aktionsplanes.

Insgesamt werden rund 50 Millionen Euro für die Versorgungsforschung zur Verfügung gestellt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trage mit dem Aktionsplan dazu bei, die bedarfsorientierte Versorgungsforschung in Deutschland zu etablieren und diese mit bereits vorhandenen Fördermaßnahmen zu verknüpfen. Dafür stellt das Ministerium von 2015 bis 2018 insgesamt rund 50 Millionen Euro zur Verfügung. Der Aktionsplan ist Teil des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Zusammen mit dem Aktionsplan wurde eine neue Förderbekanntmachung veröffentlicht, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Bekanntmachung stelle den Aufbau strukturfördernder Maßnahmen in der Versorgungsforschung in den Mittelpunkt. Dazu gehöre die Einrichtung von regionalen Kooperationsnetzen und von Nachwuchsgruppen. Der Aktionsplan umfasse darüber hinaus weitere förderpolitischen Maßnahmen wie beispielsweise die Strukturförderung in der Altersforschung und den Aufbau weiterer gesundheitsökonomischer Zentren.

Herauszufinden, was wirklich wirkt, das ist das Ziel der Versorgungsforschung

„Die Versorgungsforschung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, denn die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten nimmt weiter zu: Neben neuen Arzneimitteln und dem technischen Fortschritt in der Medizin steigt auch die Bedeutung von Ergotherapie, Physiotherapie und Pflege – insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, welche medizinische, rehabilitative oder pflegerische Leistung  bei den Patienten zum Erfolg führt. Um dies begründet beurteilen zu können, sind intensive Forschungsanstrengungen unerlässlich“, schreibt das BMBF.

„Deutschland hat bereits eine sehr gute Gesundheitsversorgung, die wir auch weiterhin gewährleisten wollen“, sagte Forschungsministerin Wanka. "Deshalb müssen wir herausfinden, welche Maßnahmen tatsächlich wirkungsvoll sind, welche nicht zum Erfolg führen und an welcher Stelle Ressourcen möglicherweise nicht zielgerichtet eingesetzt werden. Dafür brauchen wir wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse." Analysen zur Über-, Unter- und Fehlversorgung seien hier ebenso notwendig wie die Erprobung neuer Versorgungskonzepte oder gesundheitsökonomische Studien.

Foto: Momius - Fotolia

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin

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