Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.05.2015

Forscher verfolgen neuen Ansatz gegen Knochenmetastasen bei Brustkrebs

Brustkrebs streut vor allem in die Knochen. Krebsforscher haben nun ein Enzym entdeckt, das Knochenmetastasen den Weg bereitet. Eine Blockade des Enzyms könnte eines Tages die Metastasierung verhindern, so die Hoffnung.
Forscher verfolgen neuen Ansatz gegen Knochenmetastasen bei Brustkrebs

Neuer Forschungsansatz in der Pipeline: Knochenmetastasten den Weg abschneiden

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Wird der Krebs spät entdeckt, hat er häufig schon gestreut. In 85 Prozent dieser Fälle liegen Knochenmetastasen vor. Forscher der Universitäten Sheffield (Großbritannien) und Kopenhagen (Dänemark) haben möglicherweise einen Schlüssel entdeckt, die Metastasierung zu verhindern. Wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten setzen Östrogenrezeptor-negative Brusttumore verstärkt das Enzym LysYl Oxidase – kurz LOX - frei, das förmlich Löcher in die Knochen reißt und so den Metastasen den Weg bereitet. Würde LOX bei diesen Tumoren früh entdeckt, könnten Ärzte das Enzym blockieren und somit Knochenschäden und Knochenmetastasen verhindern, berichten die Forscher um Studienautorin Dr. Alison Gartland von der Sheffield Universität.

LOX macht Knochen mürbe

„Wir wissen jetzt, dass Brusttumore Signale zur Zerstörung des Knochens senden, bevor Metastasen dort hingelangen, und den Knochen quasi auf die Krebszellen vorbereiten“, sagt Gartland. „Diese Entdeckung ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen Metastasen und könnte zu neuen Behandlungsansätzen führen.“

Einen Behandlungsansatz haben die Forscher bereits erprobt. Eine Behandlung mit Bisphosphonaten, das sind Medikamente, die unter anderem gegen Osteoporose eingesetzt werden, konnte bei Mäusen Schäden an den Knochen wie auch die Ausbreitung der Metastasen verhindern.

 

Enzym-Blockade könnte Knochenmetastasen bei Brustkrebs verhindern 

„Hat Brustkrebs bereits in die Knochen gestreut, ist er schwer zu behandeln“, sagt Studien Co-Autorin Dr. Janine Erler vom Forschungs- und Innovationscenter der Universität Kopenhagen. „Unsere Forschung hat gezeigt, wie Brustkrebs den Knochen  auf die Metastasen vorbereitet. Wenn wir diesen Prozess frühzeitig blockieren könnten, könnten wir dem Krebs den Weg abschneiden und die Prognose vieler Brustkrebspatientinnen deutlich verbessern.“

Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg. Erst muss die Interaktion zwischen LOX und Knochen noch besser erforscht werden, um überhaupt entsprechende Medikamente entwickeln zu können. Britische Organisationen wie Breast Cancer Campaign und Breakthrough Breast Cancer betonten, dass durch die Entdeckung ein ganz neuer Forschungsansatz ermöglicht werden könnte. Die Forschungsergebnisse betreffen jedoch nur Östrogenrezeptor-negative Erkrankungen. Sie machen rund ein Drittel der Brustkrebsfälle aus und gelten als schwer behandelbar. 

Foto: © royalitystockhoto – Fotolia.com 

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Brustkrebs , Metastasen , Knochen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Der Anteil der jungen Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, geht immer weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach bekam im vergangenen Jahr nur noch ein Drittel der 14- bis 19-Jährigen das hormonelle Verhütungsmittel verschrieben.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin