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31.08.2019

Forscher: Steigendes Herzinfarktrisiko durch Hitze

Die zunehmenden Hitzewellen belasten die Gesundheit der Menschen und können sogar zu Todesfällen führen. Forscher des Helmholtz Zentrums München haben mit Kollegen berechnet, wie stark das Risiko, aufgrund erhöhter Außenlufttemperaturen einen Herzinfarkt zu erleiden, in den letzten Jahren gestiegen ist.
Hitze, Hitzewelle, Herzinfarkt, Klimawandel

Hitze kann durchaus lebensbedrohlich werden

Dürreperioden, Überschwemmungen, Starkregen, Hitzewellen – all das sind jetzt schon Folgen des Klimawandels. Auch unsere Gesundheit kann davon betroffen sein. So wird schon länger vermutet, dass starke Temperaturausschläge das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen können. „Besonders für sehr niedrige und sehr hohe Temperaturen wurde das schon gut gezeigt. In der aktuellen Studie wollten wir nun überprüfen, inwiefern sich das Herzinfarktrisiko aufgrund von Hitze und Kälte über die Jahre verändert hat“, so Dr. Kai Chen, Wissenschaftler des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München. Gemeinsam mit Kollegen der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Augsburger Universitätsklinikums und des Krankenhauses in Nördlingen hat der Forscher die Erhöhung der Herzinfarktrate anhand der Region Augsburg berechnet.

Mehr hitzebedingte Herzinfarkte

Untersucht wurden die klimabezogenen Umstände von 27.000 Herzinfarktfällen in den Jahren von 1987 bis 2014. Das Durchschnittsalter der Betroffenen betrug rund 63 Jahre, 73 Prozent davon waren Männer. Rund 13.000 Herzinfarkte endeten tödlich.

Die einzelnen Ereignisse wurden von den Forschern nun in Bezug zu den meteorologischen Daten des jeweiligen Tages und der vorangegangenen Tage untersucht; mögliche andere Faktoren wie beispielsweise Wochentage oder sozioökonomischer Status wurden aus der Statistik herausgerechnet. Die wichtigste Erkenntnis aus der Studie formuliert Studienautor Chen: „Über den Zeitraum von 28 Jahren konnten wir ein in den letzten Jahren erhöhtes, hitzeinduziertes Herzinfarktrisiko feststellen.“

„Die Untersuchungen ergaben, dass in jüngerer Zeit das Herzinfarktrisiko mit zunehmender täglicher Durchschnittstemperatur stärker ansteigt als im vorangegangenen Untersuchungszeitraum“, so Chen. Insbesondere Menschen, die durch Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte vorbelastet sind, seien heutzutage besonders anfällig. Die Forscher vermuten, dass dies zum einen an der Klimaerwärmung liegt, zum anderen auch Risikofaktoren für einen Herzinfarkt, wie Diabetes oder Hyperlipidämie, zugenommen haben und die Bevölkerung somit anfälliger für Hitze machen.

 

Mechanismen noch unklar

„Unsere Studie legt nahe, dass hohe Temperaturen als Auslöser für einen Herzinfarkt häufiger mitgedacht werden sollten - insbesondere mit Blick auf den Klimawandel“, erklärt Studienleiterin Dr. Alexandra Schneider. „Extreme Wetterereignisse wie die Hitzewellen 2018 in Europa könnten in Zukunft zu einem vermehrten Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Gleichzeitig wäre aber zu erwarten, dass kältebedingte Herzinfarkte seltener werden.“

Welche Mechanismen genau zu den Todesfällen führen, können die epidemiologischen Daten den Forschern zufolge nicht erklären. Zwar weiß man, dass die Temperatur unter anderem Einfluss auf die Blutgerinnung, den Blutdruck oder die Viskosität des Blutes hat. Für genaue Analysen müssten aber weitere Studien, auch aus anderen Forschungsdisziplinen, folgen.

Foto: © Minerva Studio - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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