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28.08.2019

Forscher: Hitze- und Regenperioden werden länger dauern

Die nördliche Hemisphäre muss sich infolge der globalen Erwärmung nicht nur auf intensivere, sondern auch länger andauernde Hitze-, Trocken- und Regenperioden einstellen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die unter Federführung von Forschern von Climate Analytics und der Humboldt-Universität durchgeführt wurde.
Klimwandel, Hitzewelle, Hitzeperiode, Dürre

Vermehrte Hitzeperioden schaden auch der Landwirtschaft

Hitzeperioden werden nicht nur intensiver werden, sondern auch länger andauern, so das Ergebnis einer Studie von Forschern der Humboldt Universität zu Berlin und der Climate Analytics gGmbH. Dies gilt auch für Starkregenperioden. Berechnet haben die Wissenschaftler dies für Europa, Nordamerika und Teile Asiens. Die Studie, die in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde, zeigt zudem, dass eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C diese Zunahme weitestgehend vermeiden würde.

Hitzewellen nicht nur stärker, sondern auch länger

Mit zunehmender Erwärmung der Welt nimmt die Anzahl der heißen Tage zu – daher ist zu erwarten, dass es längere Hitzeperioden gibt. In der Studie wurde jedoch darüber hinausgehend auch der Frage nachgegangen, ob in dem wärmeren Klima die im Durchschnitt heißeren Tage gebündelt auftreten. Die Studie zeigt, dass sie das tatsächlich tun. Die zunehmende Persistenz warmen Wetters wird in Kombination mit der globalen Erwärmung in Zukunft zu noch ausgeprägteren Hitzeextremen führen. Für ihre Analyse sind die Forscher von einer Erderwärmung von 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau ausgegangen.

 

Auch Starkregeperioden werden zunehmen

Der Studie zufolge würden dadurch extreme Witterungsbedingungen anhaltender werden, heiße und trockene Perioden sowie aufeinanderfolgende Tage mit starken Regenfällen würden länger werden. Das erklärt Studienautor Peter Pfleiderer von Climate Analytics und der HU. Das schadet nicht nur der Landwirtschaft und ganzen Ökosystemen, sondern auch der Gesundheit der Menschen.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich bei einer Erderwärmung von 2°C die Wahrscheinlichkeit von Warmperioden, die länger als zwei Wochen dauern, um vier Prozent gegenüber dem heutigen Klima erhöhen wird. Insbesondere für Teile Nordamerikas, in Zentraleuropa und im Norden Asiens ist dieses Signal stark ausgeprägt. An der amerikanischen Ostküste würde sich die Wahrscheinlichkeit von länger als zwei Wochen andauernden Hitze- und Trockenperioden sogar um 20 Prozent erhöhen.

Luftzirkulation wird langsamer

Die Studie untersuchte auch die physikalischen Prozesse, welche die vermehrte Persistenz von Wetterlagen erklären können. „Wir finden in Klimamodellen eine Abschwächung der großskaligen Sommerzirkulation inklusive des Jet Streams als Ergebnis der globalen Erwärmung. Die von uns diagnostizierte Persistenzzunahme hat zum Teil mit dieser Abschwächung zu tun. Durch die Verlangsamung der Zirkulation werden Wetterregime beständiger und damit auch Hitzewellen oder Starkregen“, sagt Co-Autor Dim Coumou von der Vrije Universität Amsterdam.

Die Forschungsergebnisse zeigen auch, dass die Risiken bei einer Begren­zung auf 1,5 Grad – wie es das Pariser Klimaabkommen vorsieht – beträchtlich reduziert werden würden. Viele Wissenschaftler gehen heute jedoch davon aus, dass dieses Ziel nicht mehr zu erreichen ist.

Foto: © Tanja Esser - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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