Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Forscher finden neue Neurodermitis-Gene

Freitag, 23. Oktober 2015 – Autor:
Auf die Suche nach genetischen Ursachen der Neurodermitis hat sich ein Wissenschaftlerteam des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“ und des Helmholtz-Zentrums München gemacht. Sie fanden zehn weitere Bereiche im menschlichen Erbgut, deren Veränderungen das Erkrankungs-Risiko erhöhen.
Neurodermitis führt zu juckender, schuppiger Haut

Zwei von zehn Kindern erkranken an Neurodermitis – Foto: Marco Herrndorff - Fotolia

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine lang andauernde und phasenweise auftretende Erkrankung der Haut, die oft zu Entzündungen (Ekzemen) und starkem Juckreiz führt. Ihre Ursachen sind bis heute nicht hinreichend erforscht.

Neurodermitis-Gene steuern auch andere entzündliche Erkrankungen

Dabei zeigten sich auch Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen. Insgesamt wertete das Studienteam die Daten von rund 350.000 Teilnehmern aus Europa, Amerika, Asien und Australien aus. Darunter waren an Neurodermitis Erkrankte und Gesunde.


Die Mehrzahl der jetzt identifizierten Gene spielen eine Rolle für die Balance des Immunsystems und dessen Reaktion auf Umweltreize und beeinflussen auch das Risiko für andere entzündliche Erkrankungen, heißt es weiter in einer Mitteilung des Helmholtz-Zentrums.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bei vielen Menschen eine vererbte Anfälligkeit für Entzündungserkrankungen im Allgemeinen gibt. Daneben sind spezielle erbliche und umweltbedingte Einflüsse dafür verantwortlich, dass sich diese Anfälligkeit auf der Haut ausprägt“, so Weidinger. 

 

Neurodermitis-Gene: Einflüsse von Umwelt-Faktoren klären

Nun soll im Detail aufgeklärt werden, über welche molekularen Mechanismen die identifizierten Genvarianten das Risiko für Entzündungskrankheiten und speziell für Neurodermitis erhöhen. Zudem ist zu klären, wie diese durch Lebensstil- und Umweltfaktoren beeinflusst werden. „Nur so werden wir in der Lage sein, Tests zu entwickeln, die eine Vorhersage des Erkrankungsrisikos erlauben, sowie verbesserte Vorbeugungs- und Behandlungsmaßnahmen zu entwickeln oder vorhandene passgenauer einzusetzen“, so Prof. Weidinger.

Neurodermitis zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. In Deutschland erkranken etwa zwei von zehn Kindern und jeder zehnte Erwachsene. Mindestens die Hälfte der betroffenen Kinder leidet zeitlebens an der Krankheit, die zu einem erhöhten Risiko für andere entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Pollen-Allergie und der Autoimmunerkrankung Morbus Crohn führt. Sie führt auch zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Foto:


 Marco Herrndorf

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Neurodermitis

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Die Lockdowns 2020 sorgten dafür, dass sich die Menge an gesundheits- und klimaschädlichem Ruß in der Atmosphäre fast halbierte. Das zeigt eine Studie von sechs deutschen Universitäten und Instituten, die dafür ein Messflugzeug in die Luft über Europa schickten.

Das Herz erwachsener Säugetiere kann kaum neue Herzmuskelzellen bilden. Mit dem Alter sinkt die Regenerationsfähigkeit weiter, die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Jetzt konnten Forscher nachweisen, dass sich mit Sport gegensteuern lässt.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin