. Meta-Analyse

Forscher finden keinen Nutzen für Vitamin-D Supplementierung

Viele gesunde Menschen haben einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel und nehmen Vitamin-D-Präparate ein. Unterm Strich scheint sie das aber nicht vor Knochenbrüchen und Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs zu schützen. Das zeigt eine Meta-Analyse von 46 Studien.
Neue Erkenntnisse zur Einnahme von Vitamin D: Langfristig gibt es offenbar keinen gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung

Neue Erkenntnisse zur Einnahme von Vitamin D: Langfristig gibt es offenbar keinen gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung

Vitamin D stärkt Knochen, Zähne, Immunsystem und Psyche. Haben wir einen ein Vitamin-D-Mangel fühlen wir uns schlapp und ausgelaugt, werden anfälliger für Infekte, Depressionen, Osteoporose und so weiter. Da Sonnenbaden aus der Mode geraten ist, haben immer mehr Menschen einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel liegt vor, wenn die Serumkonzentration unter 25 nmol/L liegt. Als optimal gelten 50 nmol/l im Blut.

Vitamin-D-Test keine Kassenleistung

Obwohl das Wissen über die Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit ständig wächst, ist die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels in Deutschland keine Kassenleistung. Wer gesund ist, muss den Bluttest aus eigener Tasche zahlen. Hintergrund ist, dass der Nutzen einer Vitamin-D-Supplementierung für die Normalbevölkerung nicht bewiesen ist.

Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) bestätigt das nun. Am 22. September 2020 teilte die Task Force mit, dass die gegenwärtige Beweislage ungenügend sei, um die Vorteile und Nachteile eines generellen Screenings auf Vitamin D-Mangel bei symptomlosen Erwachsenen zu beurteilen.

 

Behandelt oder unbehandelt – in der Wohnbevölkerung macht das keinen Unterschied

Grundlage für diese Einschätzung ist eine Meta-Anlayse, in der Forscher um Leila C. Kahwati von der University of North Carolina 46 Studien analysierten, in der Vitamin D-Behandlungen mit verschiedenen Dosen, Häufigkeit und Dauer auf Nutzen und Schaden untersucht worden waren. Die Analyse ergab, dass eine Vitamin D-Supplementierung, mit oder ohne Kalzium, keinen Effekt auf die meisten Gesundheits-Outcomes hatte. So hatte die Gabe von Vitamin D keine Auswirkung auf die Sterblichkeit, Knochenbrüche, Diabetesinzidenz oder die Inzidenzen von kardiovaskulären Erkrankungen, Krebs oder Depression in der Wohnbevölkerung. Für Stürze war die Beweislage unklar. Die Inzidenzen der Vitamin D –behandelten Gruppen und der Kontrollgruppen waren ähnlich für die Schäden bzw. alle negativen, auch die ernsten Ereignisse.

Kein Schaden, kein Nutzen

Ein Schaden durch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten konnten die Forscher aber auch nicht feststellen. Unterm Strich kommen sie zu dem Ergebnis, dass man aufgrund der vorliegenden Daten Nutzen und Schaden nicht wirklich beurteilen kann.

Das Ergebnis stützt somit die Praxis in Deutschland. Ein Vitamin-D-Screening bei symptomlosen Erwachsenen wird es auf absehbare Zeit nicht geben.

Foto: © Adobe Stock/FotoHelin

Autor: ham
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