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Forscher finden Hemmstoff gegen Sézary Syndrom

Mit einem MS-Medikament ist es Wissenschaftlern gelungen, das Wachstum von Krebszellen des Immunsystems zu bremsen. Bei der seltenen Krebsart handelt es sich um das unheilbare Sézary Syndrom, einer besonderen Form des kutanen T-Zell-Lymphoms.
Heidelberger Wissenschaftler prüfen MS-Medikament zur Behandlung des Sézary Syndroms

Heidelberger Wissenschaftler prüfen MS-Medikament zur Behandlung des Sézary Syndroms in einer Studie

Ein Medikament, das bereits gegen Multiple Sklerose und Psoriasis zugelassen ist, kann womöglich auch Patienten mit Sézary Syndrom helfen. Bei Mäusen schlug der Wirkstoff Dimethylfumarat (DMF)bereits an: Die Tumore wuchsen nach der Therapie deutlich langsamer und die Metastasierung wurde sogar nahezu komplett gestoppt. Die Experimente wurden am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg durchgeführt. Jetzt soll eine klinische Studie folgen. „Unsere Ergebnisse sind vielversprechend“, sagt Peter Krammer vom DKFZ. „DMF scheint mindestens vergleichbar wirksam und dabei besser verträglich zu sein als die meisten anderen Wirkstoffe, die gegen kutane Lymphome eingesetzt werden.“

Sézary Syndrom entsteht aus entarteten Immunzellen

Das Sézary Syndrom ist eine besondere Form des kutanen T-Zell-Lymphoms. Bei dieser Erkrankung werden die entarteten Zellen nicht nur in der Haut, sondern auch im Blut gefunden. Von dort aus können sie dann auch andere Organe befallen. Da sich die Lymphomzellen aus entarteten T-Zellen des Immunsystems bilden, sprechen Wissenschaftler auch von Tumoren des Immunsystems. Heilungsmöglichkeiten gibt es bislang nicht. Grund ist, dass die Krebszellen nicht mehr auf Signale reagieren, die den programmierten Zelltod, die Apoptose, auslösen. Auf diesem Prinzip basieren aber die meisten Krebsmedikamente.

 

Dimethylfumarat hemmt Überlebensfaktor der bösartigen Zellen

„In den Lymphomzellen ist ein wichtiger „Überlebensfaktor“ der Zelle, NFkappaB, dauerhaft aktiviert, das macht sie resistent gegen Apoptose“, erläutert DKFZ-Forscher Karsten Gülow. Der Wirkstoff Dimethylfumarat (DMF) hemmt den Signalweg NFkappaB und ist anders als andere entsprechende Hemmstoffe für Menschen geeignet, weil weniger toxisch.

„Ein großer Vorteil dieser Substanz ist, dass sie bereits bei Multipler Sklerose und bei Psoriasis als Medikament zugelassen ist“, sagt Gülow. Die nun folgende Studie wird in Kooperation mit der Hautklinik der Universität Mannheim durchgeführt und von der Helmholtz Alliance for Immunotherapy gefördert.

Das Sézary-Syndrom äußert sich durch großflächige Hautrötungen, starken Juckreiz und geschwollenen Lymphknoten. Weitere Symptome können Haarausfall, Hautverhornungen und Nagelfehlbildungen sein.

Foto: © science photo - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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