. Infektionskrankheiten

Forscher entwickeln Impfstoff gegen die Zecke selbst

Forscher der TU Braunschweig entwickeln derzeit einen universellen Impfstoff gegen von Zecken übertragene Krankheiten. Er wirkt gegen die Zecke selbst.
zecke, holzbock, ixodes, zeckenbiss, zeckenstich

In einem Forschungsprojekt wird an einem universellen Impfstoff gegen Zecken getüfelt

Forscher der TU Braunschweig entwickeln derzeit einen universellen Impfstoff gegen von Zecken übertragene Krankheiten. Um das Projekt voranzubringen gründeten sie das Start-up Norden Vaccines.

Die Idee: Statt unterschiedlicher Impfungen gegen jede der von Zecken übertragenen Krankheiten entwickeln sie einen Impfstoff gegen den Überträger selbst, also die Zecke. Die soll bereits zu Beginn des Bisses abgestoßen werden, bevor überhaupt Krankheitserreger ins Blut übertragen werden können.

Borreliose, FSME, Krim-Kongo-Fieber, Hasenpest

Zecken sind Spinnentiere, die während ihres komplexen Lebenszyklus Blut unterschiedlicher Tierarten aufnehmen. Dabei können sie zahlreiche Infektionserkrankungen übertragen. Am bekanntesten sind die durch Bakterien verursachte Borreliose und die durch Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borreliose nicht

Weitere Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, sind zum Beispiel das Rocky-Mountain Fleckfieber, das Krim-Kongo-Fieber, die Tularämie (Hasenpest) oder durch Parasiten übertragene Krankheiten wie Babesiose. Eine Herstellung von Impfstoffen gegen alle dieser Krankheiten wäre nicht praktikabel, heißt es weiter in einer Pressemitteilung der TU.

 

Forscher entwickeln Impfstoff gegen die Zecke selbst

Das Team um Prof. Michael Hust vom Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik der TU Braunschweig fand einen neuen Ansatz. Der Impfstoff gegen die Zecke selbst basiert auf folgender Überlegung: Nach dem Biss kämpft die Zecke zunächst gegen das Immunsystem und die Blutgerinnung des Wirts.

Bestimmte Proteine im Speichel der Zecke verhindern wiederum die Blutgerinnung und den Juckreiz an der Bissstelle. Die Wissenschaftler suchen nun nach einem Impfstoff, der zu einer Immunantwort führt, um diese Proteine im Zeckenspeichel zu erkennen und zu neutralisieren.

Projekt wird mit Bundesmitteln unterstützt

Beteiligt sind Partner aus der Industrie und von der University of Rhode Island. Das entsprechende Forschungsprojekt wird mit Go-BIO Fördermitteln durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Das Go-BIO Programm fördert die Ausgründung von Firmen für die Weiterentwicklung von Forschungsergebnissen zu konkreten Medikamenten.

Foto: marlonbönisch/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Zecken
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zecken

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Warum Zecken mittlerweile auch in unseren Gärten zu finden sind, wie man sich vor ihnen schützen kann und ob eine Impfung sinnvoll ist, erklärt die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt im Interview mit Gesundheitsstadt Berlin.
 
. Weitere Nachrichten
Die Symptome des neuen Coronavirus ähneln einer Erkältung oder Grippe. Doch nicht jeder, der jetzt Fieber hat oder hustet, ist gleich ein Verdachtsfall. Das Robert Koch Institut hat Regeln herausgegeben, wann Ärzte und Patienten alarmiert sein müssen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen. Der Coronavirus-Ausbruch sei vor allem für Länder mit schwachen Gesundheitssystemen eine Gefahr, hieß es.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.