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Flüchtlinge: Charité und Vivantes mobilisieren noch mehr freiwillige Helfer

Ohne freiwilliges Engagement würde die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Berlin wohl zusammenbrechen. Noch scheint die Hilfsbereitschaft unter Ärzten und Pflegern ungebrochen, jedenfalls bei den beiden landeseigenen Kliniken Charité und Vivantes.
Charité und Vivantes helfen Flüchtlingen. Die Währung heißt: freiwilliges Engagement

Charité und Vivantes helfen Flüchtlingen. Die Währung heißt: freiwilliges Engagement

50.000 Flüchtlinge hat Berlin in diesem Jahr schon aufgenommen. Berlins Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja gehen die Unterbringungslätze aus. Gut, dass er wenigstens in der medizinischen Versorgung auf die Hilfsbereitschaft der Berliner Ärzte setzen kann. Die Charité versorgt bereits Flüchtlinge in der Moabiter Turmstraße, in der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Straße, in der Glockenturmstraße im Westend, am Ostpreußendamm in Steglitz sowie in der neuen Registrierungsstelle in der Bundesallee. Geld bekommt die Charité dafür nicht. Ärzte, viele davon Teilzeitkräfte, helfen freiwillig, manche sogar in ihrer Freizeit. Außerdem bezahlt die Charité Verbandsmittel und Medikamente, wenn die gespendeten Mittel nicht reichen.

Ungebrochene Hilfsbereitschaft, auch in der Freizeit

Wie lange das gutgehen kann, weiß niemand. Vermutlich könnte das landeseigene Krankenhausunternehmen zur Flüchtlingsversorgung gezwungen werden. Aber so weit scheint es noch nicht zu sein, ganz im Gegenteil: „Das Engagement unserer Mitarbeiter ist ungebrochen“, sagte der Ärztliche Direktor der Charité Prof. Ulrich Frei am Montag. „Dafür haben wir größten Respekt.“

Die Charité hatte Anfang September im Intranet die Aktion „Charité hilft“ gestartet. Über das Portal werden die freiwilligen Helfer rekrutiert: Ärzte, Pfleger, Verwaltungsangestellte – jede helfende Hand wird für die Flüchtlinge gebraucht. Man führe Basisuntersuchungen und Beratungsgespräche durch, gebe meist ein Erkältungsmittelchen oder einen Verband an wundgelaufenen Füßen, berichtet einer der helfenden Charité-Ärzte aus Mitte. Bei den allermeisten Flüchtlingen reiche das auch.

Charité koordiniert Turmstraße

Nun wurde die Charité von Senator Czaja und vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) „gebeten“, die medizinische Betreuung der Kinder und Erwachsenen in der Turmstraße vor Ort hauptamtlich zu koordinieren. Damit kam die Behörde dem Druck der Caritas nach, endlich einen Koordinierungsstab für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen vor dem LAGeSo einzurichten. Im Erdgeschoss der ehemaligen Medianklinik wurden direkt auf dem Lageso-Gelände kurzfristig neue Möglichkeiten geschaffen, kranke Flüchtlinge bestmöglich zu versorgen. „Die freiwilligen Helfer in der Turmstraße haben in den zurückliegenden Monaten Enormes geleistet“, betonte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. „Wir sind zuversichtlich, dass wir jetzt die medizinische Situation der Flüchtlinge mit vereinten Kräften nachhaltig verbessern können.“

Vivantes übernimmt Spandau

Im Gegenzug gibt die Charité am 9. November die Erstaufnahmeeinrichtung in der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Straße an die medizinischen Kollegen des Vivantes Klinikum Spandau. Auch bei Vivantes springen Freiwillige ein. „Die Bereitschaft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu helfen und sich einzubringen ist beeindruckend", sagte Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes. Das Unternehmen bereite derzeit weitere Einsätze vor.

Foto: © drubig-photo - Fotolia.com

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