Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
12.07.2021

Fitness-Tracker erkennen, wie lange Covid-19 anhält

Fitness-Tracker erkennen, wie lange Covid-19 anhält. Das ist das Ergebnis der DETECT-Studie. US-Wissenschaftler stießen dabei noch Monate nach der Infektion auf Veränderungen der Herzfrequenz.
Bei Corona-Infizierten änderte sich die Herzfrequenz, zunächst verlangsamter Herzschlag (unten), dann beschleunigter Herzschlag (oben)

Fitness-Tracker erkennen, wie lange Covid-19 anhält. Das ist das Ergebnis der DETECT-Studie. Wissenschaftler des Scripps Research Translational Institute in La Jolla fanden anhand der gesammelten Daten heraus, dass Covid-19 noch über Monate zu einer Veränderung der Herzfrequenz führen kann.

"Smartwatches und Aktivitätstracker liefern eine Fülle von Daten über individuelle Ausgangswerte, von Herzfrequenz und Schlafmuster bis hin zum täglichen Aktivitätsniveau", sagt Studienleiterin Dr. Jennifer Radin, Epidemiologin der Digital Medicine Division in einer Pressemitteilung. "Diese Daten geben uns neue Möglichkeiten, um zu messen, wie sich der Körper während einer Infektion verändert und wie er sich erholt."

Fitness-Tracker erkennen, wie lange Covid-19 anhält

Die Studie lief vom 25. März 2020 bis 24. Januar 2021. Die Studienpopulation bestand aus 234 Covid-19-positiven Personen (mittleres Alter 45,3 Jahre, 70,9 Prozent Frauen) und 641 Covid-19-negativen Personen (mittleres Alter 44,7 Jahre, 71,1 Prozent Frauen.) Alle Teilnehmer zeigten Symptome einer Atemwegserkrankung.

Die an das Handy und von dort aus an das Institut geschickten Daten der Fitness-Tracker erkannten, wie lange Covid-19 anhält. Personen mit Covid-19 brauchten länger, um zu ihren Ausgangswerten in puncto Herzfrequenz, Schlaf und Aktivität zurückzukehren, verglichen mit symptomatischen Personen, die Covid-19-negativ waren.

 

Herzfrequenz wich am deutlichsten ab

Die Schrittmenge nahm während der Infektion ab, die Schlafmenge zu. Der Unterschied war bei der Herzfrequenz am deutlichsten, wobei Covid-19-positive Personen zwischen dem 9. und 15. Tag zunächst eine vorübergehende Bradykardie erlitten (verlangsamter Herzschlag), gefolgt von einer Tachykardie (beschleunigter Herzschlag).

Die Herzfrequenz kehrte im Schnitt erst 79 Tage nach Einsetzen der Symptome auf den Ausgangswert zurück. Bei der täglichen Schrittzahl und der Schlafmenge waren es nur 32 beziehungsweise 24 Tage. Eine kleine Untergruppe von Covid-19-positiven Teilnehmern (13,7 Prozent) behielt eine Herzfrequenz bei, die mehr als 5 Schläge pro Minute über ihrem Ausgangs-Wert lag  und für mehr als 133 Tage nicht auf ihren Normalwert zurückkehrte.

Häufiger Symptome, längere Dauer

Während der akuten Phase von Covid-19 berichteten Personen in dieser Gruppe häufiger über Husten, Gliederschmerzen und Kurzatmigkeit im Vergleich zu anderen Probanden. Fazit der Forscher: Die Daten deuten darauf hin, dass die frühen Symptome und eine größere anfängliche Herzfrequenz-Reaktion auf eine Covid-19-Infektion mit der physiologischen Dauer der Erholung von dem Virus in Verbindung stehen könnten. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift JAMA Network Open.

Foto: Adobe Stock/alex_aldo

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Biomarker
 

Weitere Nachrichten zum Thema Covid-19-Folgen

02.07.2021

Für viele Covid-19-Patienten ist die Krankheit auch nach einer überstandenen Infektion nicht vorbei. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Trotz einer erfolgreichen Behandlung im Krankenhaus fehlten Long-Covid-Patienten in den darauf folgenden neun Monaten 61 Tage krankheitsbedingt am Arbeitsplatz. Das ist viermal so viel wie der Durchschnitt der Erwerbstätigen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Einfach nicht zur Ruhe kommen: Die Ursache dafür liegt oft im Stress und Leistungsdruck des Alltags und der Reizüberflutung durch den digitalen Gerätezauber. Was helfen kann: Handy abschalten, Fernseher gar nicht erst anschalten, in der Natur die Stille suchen, Entspannungsverfahren nutzen oder auf die Heilkraft pflanzlicher Wirkstoffe vertrauen.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin