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07.02.2017

Finanzspritze für die Forschung über Antibiotika-Resistenzen

Die Bundesregierung stellt rund vier Millionen Euro bereit, damit die Forschung über Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen durch Krankenhauskeime vorankommt. Sieben Projekte erhalten eine Finanzspritze.
Mehr Forschung gegen Antibiotika-Resistenzen

Antibiotikaresistente Bakterien

„Es kann niemanden kalt lassen, dass immer mehr Menschen weltweit an Keimen sterben, die gegen Antibiotika resistent sind. Wir müssen Antibiotika-Resistenzen entschlossen bekämpfen – national und international“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Die Bundesregierung hat deshalb bereits 2015 die Antibiotika-Resistenzstrategie DART 2020 gestartet. An der Initiative sind neben dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) auch das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium beteiligt.  Gemeinsam verfolgen sie hinsichtlich der Antibiotika-Resistenzen den sogenannten „One Health Ansatz“. Er geht davon aus, dass ein wechselseitiger Einfluss durch den Einsatz gleicher Antibiotika bei Menschen und Tieren auf die Resistenzentwicklung besteht.

Wie kann die Bevölkerung rund um Antibiotika informiert werden?

Im Rahmen von DART steht auch die jetzt bekanntgegebene Forschungsförderung. „Die Forschungsprojekte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, das Wissen um den richtigen Umgang mit Antibiotika zu verbreitern und neue Maßnahmen zur Vermeidung von Resistenzbildungen zu erforschen“, so Gröhe weiter.

Ein Fördervolumen von einer Million Euro fließt in ein Projekt zu Erforschung besserer Informationswege. Es soll klären, wie die Bevölkerung besser über Antibiotika und Antibiotika-Resistenzen informiert werden kann und dabei verschiedene Medien berücksichtigen. Denn Kenntnisse über den Umgang mit Antibiotika und die Ursachen von Resistenzen betrachtet das BMG als grundlegende Voraussetzung für die sachgerechte Anwendung von Antibiotika. Sie ist wichtig, um Resistenzentwicklungen zu verhindern.

 

Welche Maßnahmen helfen resistente Krankenhauskeime zu vermeiden?

Andere Forschungsprojekte sollen klären, welche weiteren Maßnahmen zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen am sinnvollsten sind. Dabei sollen bereits bestehende Maßnahmen wie Fortbildungen, Hygienevorschriften oder regionale Netzwerke überprüft werden. Gleichzeitig werden neue Maßnahmen vor ihrem breiten Einsatz untersucht.

Die Forschungsförderung läuft für einen Zeitraum von drei Jahren bis 2020. Viele weitere Maßnahmen im Rahmen von DART 2020 sind auf der internationalen Ebene angesiedelt. Unter anderem treibt Deutschland die Umsetzung des Globalen Aktionsplans zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) voran. So hat Deutschland im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft 2015 die Verabschiedung der „Berliner Erklärung zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen“ herbeigeführt. 2017 macht die Bundesregierung die Antibiotika-Resistenzen auch zum Thema der deutschen G20-Präsidentschaft.

Foto: Kateryna_Kon – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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