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Fibromyalgie ist kein Rheuma

Freitag, 17. Februar 2017 – Autor: gst
Fibromyalgie wird oft als Weichteilrheuma bezeichnet. Doch die chronische Schmerzerkrankung ist laut der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung kein Rheuma. In Kürze soll eine neue Version der S3-Leitline erscheinen.
Das Fibromyalgiesyndrom ist schwer zu diagnostizieren. Eine Heilung gibt es bislang nicht

Das Fibromyalgiesyndrom ist schwer zu diagnostizieren. Eine Heilung gibt es bislang nicht – Foto: ArTo - Fotolia

Fibromyalgie ist ein sehr komplexes Krankheitsbild. Im Vordergrund stehen Schmerzen an Muskeln und Sehnen. Ebenso zermürbend können die Begleitsymptome sein: Patienten klagen über Schlafstörungen, Müdigkeit und eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Oft kommen Konzentrationsprobleme und kognitive Probleme dazu, der so genannte Fibro-Fog. Das Denken scheint dann wie vernebelt, einen klaren Gedanken zu fassen, unmöglich. Da die Symptome so vielfältig sind und es bislang keinen Diagnose-Marker gibt, ist das Fibromyalgiesyndrom sehr schwer zu diagnostizieren. Darum dauert es meist viele Jahre, bis die Patienten die richtige Diagnose gestellt bekommen. 

Weichteilrheuma?

Was genau hinter dem Fibromyalgiesyndrom (FMS) steckt, weiß man nicht genau. Mediziner vermuten eine genetische Veranlagung und psychische Faktoren als potenzielle Auslöser. So kann zum Beispiel Stress einen Krankheitsschub triggern. Als gesichert gilt indes, dass generalisierte Entzündungen nicht beteiligt sind. „Fibromyalgie ist keine Rheuma-Erkrankung“, teilt die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung mit. Dieser weit verbreitete Irrtum könne zu schweren Therapiefehlern führen. Vielmehr handle es sich um eine neurologische Erkrankung der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung.

 

Neue Leitlinie Fibromyalgiesyndrom in 2017 erwartet

Der Verein stützt sich dabei auf die S3-Leitlinie zur „Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“. Die Leitlinie wird aktuell überarbeitet und soll noch in diesem Jahr neu erscheinen.

Insbesondere betroffene Patienten dürften die Neufassung mit Spannung erwarten. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass der Fibromyalgie keine organische Krankheit („Fibromyalgie“ im Sinne einer distinkten rheumatischen Krankheit), sondern eine funktionelle Störung zu Grunde liegt. Doch kürzlich hat man erstmals organische Veränderungen bei Fibromyalgie-Patienten gefunden, nämlich Schädigungen an den kleinen schmerzleitenden Nervenfasern (small fibers). Wie diese Veränderungen mit den Symptomen zusammenhängen, ist aber noch weitgehend unklar.

Bislang gibt es keine Therapie mit Aussicht auf Heilung. FMS-Patienten werden symptomatisch behandelt. Neben starken Schmerzmedikamenten wie Opioiden werden häufig Schlafmittel und Antidepressiva verschrieben. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt darüber hinaus Entspannungstechniken wie Yoga. 

Foto: © ArTo - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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