Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Festtagspfunde verewigen sich in DNA

Freitag, 23. Dezember 2016 – Autor:
Zu keiner anderen Jahreszeit legen die Deutschen so viele Pfunde zu wie zu Weihnachten. Das Resultat zeigt sich nicht nur auf der Waage. Auch in der DNA verewigt sich das Übergewicht.
Übergewicht auf DNA ablesbar: fast 200 Gene betroffen

Übergewicht auf DNA ablesbar: fast 200 Gene betroffen – Foto: Dan Race - Fotolia

Die Hose kneift, die Waage spinnt. Festtagspfunde lagern sich gerne an Bauch, Hüfte und anderen Problemzonen ab. Eine anschließende Diät lässt zwar oft die Pfunde sichtlich purzeln. Doch einer vergisst das Übergewicht nicht: das Erbgut. Das berichten Forscher vom Helmholtz Zentrum München. In einer großen internationalen Studie hatte das Team um Dr. Christian Gieger und Dr. Harald Grallert die epigenetischen Veränderungen an fast 200 Stellen der DNA nachweisen können. Dies habe auch Auswirkungen auf die Gene, berichten die Autoren im Fachmagazin „Nature“.

Veränderungen an fast 200 Genen gefunden

Signifikante Veränderungen haben die Forscher vor allem an Genen gefunden, die für den Fettstoffwechsel sowie für Stofftransport zuständig sind, aber auch Entzündungsgene waren betroffen. Daneben konnten epigenetische Prognosemarker für das Diabetes-Risiko identifiziert werden. „Unsere Ergebnisse erlauben neue Einblicke, welche Signalwege durch Fettleibigkeit beeinflusst werden“, erklärt Christian Gieger, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie (AME) am Helmholtz Zentrum München. „Wir hoffen, dass daraus neue Strategien entstehen, wie man Typ-2-Diabetes und andere Folgen des Übergewichts vorhersagen und bestenfalls verhindern kann.“

 

Blutproben von 10.000 Menschen analysiert

Gene verändern sich im Laufe des Lebens kaum. Der Lebensstil kann jedoch direkten Einfluss auf deren Umgebung ausüben. Die Epigenetik umfasst alles, was auf und um die Gene herum geschieht. Im Blut kann man das epigenetische Geschehen heute genau analysieren.

In der nun publizierten Studie wurden Blutproben von über 10.000 Frauen und Männern aus Europa untersucht. Ein Großteil der Probanden hatte laut Autoren ein hohes Risiko für Fettleibigkeit und Stoffwechselkrankheiten. Dabei fanden die Forscher 187 Genorte, die abhängig vom Body-Mass-Index (BMI) epigenetisch verändert waren. Weitere Untersuchungen und Langzeitbeobachtungen wiesen darauf hin, dass ein Großteil der Veränderungen eine Folge des Übergewichts und nicht dessen Ursache war. Bisher ist dieser Zusammenhang noch kaum erforscht. 

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht , Adipositas
 

Weitere Nachrichten zum Thema Übergewicht

Übergewicht im Jugendalter legt den Grundstein für Herz-Kreislauferkrankungen. Eine Studie mit 3.000 Teenagern untermauert das jetzt. Klinische Parameter wie Bluthochdruck und Größe des Herzens waren bereits im Alter von 21 Jahren verändert.

17.08.2018

Wer abnehmen möchte, greift gerne auf Obst zurück. Es ist vergleichsweise kalorienarm und lecker. Ernährungsexperten raten allerdings von zu vielen Obstmahlzeiten am Tag ab. Die zuckerhaltigen Snacks könnte den gegenteiligen Effekt bewirken.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Mit einem sogenannten CRP-Schnelltest können Ärzte in wenigen Minuten einen viralen von einem bakteriellen Infekt unterscheiden. Zahlen der AOK Sachsen-Anhalt zeigen, dass durch den Test deutlich weniger Antibiotika verordnet werden.


Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin