. Fastenzeit

Fasten regeneriert das Immunsystem

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Fasten einen regenerierenden Effekt auf das Immunsystem hat, indem es „schlafende“ Stammzellen aktiviert. Dadurch können vermehrt weiße Blutkörperchen gebildet werden.
Fasten erneuert Leukozyten

Fasten erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Bald ist die offizielle Fastenzeit zu Ende, doch auch unabhängig vom religiösen Brauch wenden sich während des ganzen Jahres immer mehr Menschen dem Fasten zu – zum Teil um abzunehmen, vor allem aber, weil dem Fasten verschiedene positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt werden. So haben amerikanische Wissenschaftler kürzlich herausgefunden, dass Fasten einen regenerierenden Effekt auf die Zellen des Immunsystems ausübt.

Als Grund dafür vermutet das Forscherteam um Dr. Longo von der Southern California University, dass der Körper während der Hungerzeit versucht, Energie zu sparen. Dies tut er unter anderem, indem er ältere oder beschädigte Immunzellen abbaut. So reduziert sich während des Fastens unter anderem die Anzahl der weißen Blutkörperchen, der Leukozyten.

Fasten „recycelt“ Leukozyten

Die weißen Blutkörperchen spielen eine bedeutende Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern und schützen den Körper vor Infektionen. Sie sind wichtig bei der Bekämpfung von Entzündungen, bakteriellen Infektionen, allergischen Reaktionen und bei Autoimmunkrankheiten, bei denen der Körper fälschlicherweise das eigene Gewebe angreift.

Während die Produktion der Leukozyten während des Fastens heruntergefahren wird, steigt sie dann bei der erneuten Nahrungszufuhr sprunghaft an. Die Forscher führen dieses Phänomen darauf zurück, dass durch das Reduzieren der Immunzellen während des Fastens die Stammzellen vermehrt dazu angeregt werden, neue Zellen zu bilden. Nach Meinung der Wissenschaftler kann Fasten insbesondere nach einer Chemotherapie oder zur Entlastung des Körpers während des Alterungsprozesses dem Immunsystem frischen Schwung verleihen. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob diese Effekte nur das Immunsystem betreffen oder sich auch an anderen Organen feststellen lassen.

Entzündungen werden reduziert

Auch andere Studien konnten zeigen, dass Fasten oder zumindest eine vorübergehende Restriktion der Kalorienzufuhr Entzündungen reduzieren kann. So hat eine im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlichte Untersuchung gezeigt, dass das Enzym Beta-Hydroxybutyrat, welches der Körper beim Fasten oder einer ketogenen Diät produziert, bestimmte Sensoren des angeborenen Immunsystems blockiert. Auf diese Weise können Entzündungsreaktionen im Körper gehemmt werden, die unter anderem bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Atherosklerose und Alzheimer eine Rolle spielen. Die Forscher glauben, dass Fasten auf diese Weise dazu beitragen kann, bestimmten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen.

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Autor: red