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Fachkräftemangel trifft Mukoviszidose-Versorgung besonders hart

Aktuell kann jede zweite Stelle in der Mukoviszidose-Versorgung nicht besetzt werden. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Bundesverband Mukoviszidose in Auftrag gegeben hat. Der Fachkräftemangel wird sich demnach künftig noch verschärfen.
Fachkräftemangel in der Mukoviszidose-Versorgung

Die Kränksten werden am härtesten vom Fachkräftemangel getroffen: In der Mukoviszidose-Versorgung ist fast jede zweite Stelle nicht besetzt.

Etwa 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Deutschland sind von der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose betroffen. Gerade für Betroffene einer Multiorganerkrankung wie Mukoviszidose ist es wichtig, dass sie von einem erfahrenen Fachärzten und Pflegekräften betreut werden. Doch genau in diesem Bereich sind die Versorgungslücken besonders groß.

Ein Gutachten der Strategieberatungsgesellschaft PWC und des Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR hat jetzt einen eklatanten Fachkräftemangel bescheinigt : Danach können aktuell bundesweit 480 Stellen nicht besetzt werden, was 44 Prozent aller benötigten Fachkräfte entspricht. Von den 480 fehlenden Fachkräften entfallen 130 auf ärztliches und 350 auf nicht-ärztliches Personal. Im Jahr 2030 soll der Fachkräftemangel auf 50 Prozent ansteigen. Das liegt unter anderem daran, dass die Patientenzahlen aufgrund der steigenden Lebenserwartung zunehmen. Laut dem Deutschen Mukoviszidose-Register zufolge liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Mukoviszidose aktuell bei 53 Jahren.

Fachkräftemangel größer als anderswo

Wie dramatisch dieser Mangel ist, zeigt sich besonders im Vergleich:  Mit aktuell 44 bzw. in 2030 sogar 50 Prozent ist der Fachkräftemangel in der Mukoviszidose-Versorgung -Versorgung um ein Vielfaches höher als in der gesamten Gesundheitswirtschaft, wo für 2030 von einem Mangel von 16 Prozent ausgegangen wird.

„Die Ergebnisse sind alarmierend“, betont Stephan Kruip, Bundesvorsitzender des Mukoviszidose e.V., der das Gutachten in Auftrag gegeben hat. Viele erwachsene Patienten würden in der Pädiatrie behandelt, weil es in Kliniken an räumlichen Kapazitäten, finanziellen Mitteln oder geschultem Personal fehle, erzählt er. Und: „Wenn neue Medikamente, wie zum Beispiel das gerade in den USA zugelassene Trikafta, für die Betroffenen erhebliche Verbesserungen bringen werden, ist die professionelle fachliche Behandlung und Begleitung unverzichtbar.“

Der Mukoviszidose e.V. fordert daher die politisch Verantwortlichen auf, angemessene Versorgungsstrukturen für die Betroffenen sicherzustellen. Abhilfe schaffen könnte eine gezielte Förderung der Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal und eine auskömmliche Finanzierung der Mukoviszidose-Ambulanzen, schreibt die Patientenorganisation.

 

Bessere Finanzierung von Mukoviszidose-Ambulanzen gefordert

Angesichts des Fachkräftemangels in der Mukoviszidose-Versorgung äußert sich auch Dr. Carsten Schwarz, Leiter der Sektion Cystische Fibrose (Mukiviszidose) an der Charité Universitätsmedizin Berlin, besorgt. Die Förderung von Aus- und Fortbildung von ärztlichem und nichtärztlichem Personal sei zwar ein zentraler Schlüssel zur Verbesserung der Situation. „Doch so lange viele Mukoviszidose-Ambulanzen chronisch unterfinanziert sind, wird es schwierig, neues Personal für diesen Versorgungsbereich zu begeistern und dieses Personal langfristig auch zu halten“, betont der Mediziner.

Nur eine auskömmliche Finanzierung der spezialisierten Behandlungsteams, stelle die Basis für eine nachhaltige Wirkung aller zukünftigen Maßnahmen.

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin , Pflege
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