. Neue Studie

Fachkräftemangel im Gesundheitswesen nimmt zu

Laut einer neuen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sollen bis 2015 rund 175.000 Ärzte und Pflegkräfte fehlen. Weniger bürokratischer Aufwand und Überstunden könnten medizinische Berufe wieder attraktiver machen.
Fachkräftemangel im Gesundheitswesen nimmt zu

Gesundheitsberufe verlieren derzeit an Attraktivität

Den Demografischen Wandel und den Fachkräftemangel bekommt vor allem das Gesundheitswesen zu spüren. Laut einer neuen Studie über den "Fachkräftemangel im Gesundheitswesen" erwarten Gesundheitsexperten der Unternehmensberatung Roland Berger, dass der Fachkräftemangel bis 2015 auf rund 15 Prozent steigen wird. Dies entspricht rund 175.000 unbesetzten Stellen im medizinischen und Pflegebereich.

Fachkräftemangel

Fast 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser spürten heute schon die Folgen des Fachkräftemangels, heißt es in der Studie. Die Roland Berger Experten raten Kliniken und Krankenhäusern, Ärzte und Pflege von bürokratischen Aufgaben zu entlasten, um die Gesundheitsberufe wieder attraktiver zu machen. Hoher bürokratischer Aufwand und Überstunden belasteten das Image der Branche schwer. „Werden Ärzte und Pflegepersonal vom bürokratischen Aufwand und dem hohen Überstundenpensum befreit, so werden diese Berufe für Medizinabsolventen wieder attraktiver", erklärt Zun-Gon Kim, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. Nur so lasse sich das Problem des akuten Fachkräftemangels in deutschen Krankenhäusern an den Wurzeln packen.

 

Patientenkoordinatoren könnten medizinisches Personal entlasten

Konkret schlagen die Berater die Einführung so genannte "Patientenkoordinatoren" in Krankenhäusern vor, die einen Teil der Aufgaben von Ärzten und Pflegern übernehmen könnten. Dabei soll es nicht nur um administrative Tätigkeiten in Krankenhäusern gehen. Patientenkoordinatoren könnten sich um die gesamten Prozesse rund um die Patienten kümmern von der Patientenaufnahme über die Diagnostik und die Operationsplanung bis hin zur Patientenentlassung, heißt es in dem Papier. „Krankenhauspatienten bekämen so eine Rundumbetreuung aus einer Hand. Dies würde die Abwicklung von bürokratischen Verfahren deutlich beschleunigen und die Ärzte und Pflegekräfte entlasten – zugunsten der Patientenbetreuung", so Berger-Partner Zun-Gon Kim. 

Die Studie „Fachkräftemangel im Gesundheitswesen" hat Roland Berger im Oktober 2013 veröffentlicht.

Foto: © VILevi - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ärztemangel , Ärzte , Pflege , Pflegekräfte
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ärztemangel

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Corona-Warn-App wurde schon über 14 Millionen Mal heruntergeladen. Die Hauptrisikogruppe hat damit jedoch Probleme: Wenn Senioren überhaupt ein Smartphone haben, dann ist es oft zu alt für die neue Technologie. Eine Umfrage der Seniorenliga zeigt nun, warum viele ältere Nutzer die App nicht installieren.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.