. Prävention durch Sport

Experten fordern mehr Unterstützung für den Gesundheitssport

Wie können mehr Menschen motiviert werden, Sport zu treiben? Dies war eine der zentralen Fragen, die auf der Konferenz "Vitales Berlin - Sport und Gesundheit in der Hauptstadt"am 27. September 2012 in Berlin diskutiert wurden.
Staatssekretär Andreas Statzkowsky

Staatssekretär Andreas Statzkowsky

Sportliche Betätigung trägt massgeblich zur Gesundheit bei und ist ein Schlüsselfaktor bei der Prävention der meisten sogenannten Zivilisationskrankheiten. Darüber waren sich die Teilnehmer der Konferenz "Vitales Berlin - Sport und Gesundheit in der Hauptstadt" einig. Doch wie können die Menschen zu mehr körperlicher Fitness motiviert werden? Und wie kann sich Berlin beim Thema Gesundheitssport besser aufstellen? Diese Fragen wurden von Vertretern aus den Bereichen Sport und Gesundheit erörtert.

Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin und Senator a.D., betonte, wie wichtig es sei, die Akteure im Gesundheitssport zusammenzubringen und Kooperationen zu fördern. So könnten beispielsweise Sport-Vereine und Fitness-Studios zusammenarbeiten, Krankenkassen sollten den Gesundheitssport noch besser unterstützen, und auch die Medizin könnte durch Forschungen einen Beitrag leisten. Zudem sei auch der Staat gefragt, nicht nur den Leistungssport zu fördern, sondern auch mehr für den Breitensport und damit für die Gesundheit der Gesellschaft zu tun.

Gesundheitssport kann Kosten sparen

Auch Andreas Statzkowsky, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, erklärte, dass sich die Politik in der Pflicht sehe, den Gesundheitssport zu fördern. Dies sei auch ein wichtiger Kostenfaktor. Die Ausgaben der Krankenkassen für die Behandlung sogenannter Zivilisationskrankheiten seien in den letzten Jahren dramatisch gestiegen, und die Förderung des Gesundheitssports könne der Prävention vieler Krankheiten und damit auch der Kostenreduktion dienen. Mit dem Teilhabepaket der Bundesregierung und verschiedenen Sportförderprogrammen habe man hier schon erste Schritte getan. Auch die Pflege und der Ausbau von Sportanlagen sei eine dringliche Aufgabe der Politik.

Zu den wichtigsten auf der Konferenz diskutierten Fragen gehörte, wie man die Qualität von Sportangeboten sichern und wie man die Menschen besser erreichen könne. Einig war man sich darin, dass nur Sport, der Freude bereitet, auch regelmässig betrieben wird. Ein weiteres Thema war, welche Aufgabe der Medizin hier zukomme. Professor Duda, Direktor des Julius Wolff-Instituts an der Charité Berlin und Mitglied des Direktoriums des Berlin Brandenburg Center for Regenerative Therapies (BCRT), erklärte, dass die genauen Effekte von Sport auf die Gesundheit bisher zu wenig erforscht seien. Noch sei die Medizin eher kurativ ausgerichtet. Ein präventives, ressourcenorientiertes Denken, bei dem auch der Sport eine grössere Rolle spielt, sei noch nicht überall angekommen.

Die Konferenz "Vitales Berlin - Sport und Gesundheit in der Hauptstadt" wurde von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, dem Landessportbund Berlin und dem Verein Gesundheitsstadt Berlin initiiert. Ulf Fink, Vorstandsvorsitzender von Gesundheitsstadt Berlin und Senator a.D., erklärte, dass die Konferenz einen Anstoss dazu geben solle, Angebote im Gesundheitssport zu fördern und bekannt zu machen. Als eine der Aufgaben für die Zukunft wurde genannt, in Zukunft auch die Wirtschaft stärker in die Diskussion einzubinden.

Foto: Gesundheitsstadt Berlin 

 
Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sport , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema Sport

| Viel Sitzen und keine körperliche Aktivität verdoppeln das Risiko, einen kardiovaskulären Tod zu sterben. Das haben Forscher aus Australien herausgefunden. Doch schon kurze Sporteinheiten können das Leben von Büroangestellten verlängern.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Erst mal grob fünf auf einmal testen und nur bei Verdacht dann ins Detail gehen: Dieses Prinzip aus der AIDS-Diagnostik haben Frankfurter Wissenschaftler jetzt auf das Coronavirus übertragen. Bis zu 400.000 Corona-Tests am Tag könnten damit künftig in Deutschland durchgeführt werden, heißt es beim hessischen Wissenschaftsministerium – zehnmal so viele wie bisher.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.